Ist Gott eine Dreieinigkeit?

Wie die Dreieinigkeit zum „christlichen“ Dogma wurde



Ist Gott eine Dreieinigkeit?

Wie die Dreieinigkeit zum „christlichen“ Dogma wurde

 

In Band 14 erklärt die New Catholic Encyclopedia auf Seite 295 des Artikels „Trinity“:

„[…] wenn jemand von einer unqualifizierten Dreieinigkeitslehre spricht, ist er von der Zeit der christlichen Anfänge abgerückt und bei dem letzten Viertel des 4. Jahrhunderts angekommen. Erst zu dieser Zeit wurde das möglicherweise endgültige Dogma der Trinitarier ‚ein Gott in drei Personen’ uneingeschränkt in das christliche Leben und die Lehre übernommen.“

 

Wie konnte das passieren?

Wie so oft der Fall, ist nichts so grotesk wie die Wahrheit an sich. Auf den Seiten 117 und 118 ihres Buchs „A History of God” (“Eine Geschichte Gottes”) gibt uns die ehemals katholische Nonne Karen Armstrong einen interessanten Einblick, wie die Dreieinigkeitslehre ihren Weg von der griechischen Orthodoxie in die westliche Welt fand: „[…] die Dreieinigkeit machte lediglich Sinn als eine mystische oder spirituelle Erfahrung […]. Sie war keine logische oder verstandesgemäße Formulierung, vielmehr ein Phantasiegebilde, das Verwirrung stiftete […]. Für viele westliche Christen […] ist die Dreieinigkeitslehre nichts als rätselhaft […].

Aus logischer Sicht machte sie natürlich überhaupt keinen Sinn […]. Gregor von Nazianz erklärte einst, dass die große Unverständlichkeit der Trinitätslehre uns gegen das absolute Geheimnis Gottes aufbringt: sie erinnert uns stets daran, dass wir nicht hoffen brauchen, ihn zu verstehen […]. Es war zum Beispiel zwecklos verstehen zu wollen, wie die drei Hypostasen [griechisch für „Personen“] der Gottheit völlig identisch und zugleich doch verschieden sein konnten. Dies ist nicht mit Worten auszudrücken und liegt außerhalb des menschlichen Verstandes.“

Karen Armstrong erläutert weiter, der katholische Kirchenvater Augustin führte in der westlichen Zivilisation einen leicht abgeänderten Entwurf der Dreieinigkeitslehre ein. Anstelle von „einem Gott in drei Personen“, kreierte er den Ausdruck „ein Gott in drei Erscheinungsformen“.

Weiter heißt es, dass der berühmte Theologe, Thomas von Aquin, die Lehre der Griechen, wie z.B. von Platon und Aristoteles, im Westen verbreitete. Und so haben westliche Christen gelernt, dass auch Aristoteles eine Dreifaltigkeit gelehrt hat – jedoch nannte er die drei Personen oder Erscheinungsformen „Denker, Gedanke und unbewegter Beweger“.

Während der Reformation wurde das Dogma der Dreieinigkeitslehre von einigen Reformern abgelehnt, jedoch nicht von Luther und Calvin. Laut Karen Armstrong waren „diese traditionellen Glaubenslehren Gottes zu tief in der christlichen Erfahrung verwurzelt, um von Luther oder Calvin hinterfragt zu werden“ (Seite 277).

Und wegen dieser unbedachten Folgsamkeit von menschlich erdachten Lehren, begann Calvin all jene, die die Dreieinigkeitslehre in Frage stellten, zu verfolgen. Auf Seite 280 lesen wir weiter: „Im Jahre 1553 ließ Calvin den spanischen Theologen Michael Servetus für seine ablehnende Haltung gegenüber der Dreieinigkeitslehre hinrichten.

Servetus war aus dem katholischen Spanien geflohen und fand Zuflucht in Calvins Genf [...] er behauptete, er sei zum Glauben der Apostel und der frühsten Kirchenväter zurückgekehrt, die aber niemals von dieser außergewöhnlichen Lehre gehört hatten […].

[Servetus behauptete:] Die Dreieinigkeitslehre war eine menschliche Erfindung, die die Köpfe der Menschen von der Weisheit des wahren Christus entfremdet […].

Sein Glauben wurde von zwei italienischen Reformern geteilt – Giorgio Blandrata […] und Fausto Sozzini […]“ (Hervorhebung durch den Verfasser).

Kritik an dieser Lehre hielt an. 1699 schrieb Gottfried Arnold ein Buch, in welchem er seine Auffassung vertrat, die Dreieinigkeit, obwohl orthodox angesehen, könne nicht auf die ursprüngliche Kirche zurückgeführt werden (vgl. Seite 306). Dem puritanischen Dichter John Milton „erschienen solche traditionellen Lehren wie die Trinität zweifelhaft“ (siehe Seite 308).

Karen Armstrong fuhr fort auszuführen: „Das Christentum […] behielt viele heidnische Elemente in seiner Beschreibung Gottes bei […]. Das Christentum […] hat seinen jüdischen Wurzeln den Rücken gekehrt und auf die Unvernunft und den Aberglauben des Heidentums zurückgegriffen [Seite 369) […]. Origenes und Clemens von Alexandria waren liberale Christen […], [die] den Platonismus in die semitische Religion Jahwes einführten“ (Seite 383 f.) (Hervorhebung durch den Verfasser).

 

Wir sehen also, dass das Glaubensgebilde der Dreieinigkeitstheorie („ein Gott in drei Personen“ oder „drei Personen in einer Person“) sich nicht von der Bibel, sondern von heidnischen Griechen herleiten lässt, und später seinen Weg in das Christentum fand.

Dieses Glaubensgebilde bleibt eine verwirrende Angelegenheit, so dass viele Christen, die an die Dreifaltigkeit glauben, sie nicht verstehen. Auf Seite 201 schreibt Karen Armstrong in ihrem Buch: „Im Grunde sind viele westliche Christen keine wirklichen Trinitarier. Sie klagen über die Unverständlichkeit der Lehre von drei Personen in einem Gott, ohne zu verstehen, dass dies der springende Punkt für die Griechen war“ [die nicht wollten, dass man Gott „begreifen“ könne.]

Doch Gottes Wahrheit ist klar und eindeutig. Sie darf seinen Jüngern nicht unverständlich sein. Paulus mahnte zur Vorsicht, nicht unsere „Gedanken [abwenden zu lassen] von der Einfalt und Lauterkeit gegenüber Christus“ (2. Korinther 11,3). Wenn jemand eine der Hauptlehren nicht versteht, ist aller Wahrscheinlichkeit nach etwas falsch mit ihr. Wir müssen darauf achten, dass die Bibel stets die beweisführende Grundlage für unseren Glauben bildet.

 

Quelle, siehe hier:

https://www.jesus-christus-erloesungsweg-zum-ewigen-leben.de/ist-gott-eine-dreieinigkeit.php


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