Grundlagen für den Glauben

an Gott und Seinen Sohn


 

Jesus war kein Trinitarier!

Kapitel 1

Grundlagen für den Glauben

an Gott und Seinen Sohn

 

„Die frühe Christenheit hat bewusst die monotheistische Formel „Gott ist Einer“ vom Judentum übernommen. Nach Markus 12,29-32 hat Jesus die jüdische monotheistische Formel ausdrücklich anerkannt“12

„Die Kirche kann nicht unbegrenzt damit fortfahren über Jesus etwas zu glauben, von dem er nicht wusste, dass es über ihn wahr sei! Die Frage seines messianischen Bewusstseins, ist die wesentlichste, mit der sich der christliche Glaube auseinandersetzen muss.“13

Jesus beschrieb Gott fortwährend für uns, er erklärte Gott bewusst und verständlich in einer bekannten als Kredo formulierten Aussage. Ständig sprach Jesus den Einen Gott des biblischen Monotheismus als „Vater“ an (Joh. 17,1 und viele andere Texte). Aber hören Kirchen wirklich Jesu Definition von Gott zu, oder haben sie seine Sicht für eine traditionelle Vorstellung von Gott verlassen, was Jesus nie akzeptiert hätte? Kenneth Richard Samples schreibt: Spezielle Aussagen in den Schriften wurden als Aussagen für Glaubensbekenntnisse benutzt.

Im Alten Testament benutzten zum Beispiel die Israeliten das Shema als Glaubensbekenntnis, um ihre kompromisslose Hingabe zum Monotheismus zu betonen, obwohl sie umgeben von einer heidnischen und polytheistischen Welt lebten. Das Shema, welches die Juden bis heute benutzen, besteht aus der Rezitierung von 5. Mose 6,4-9 im Gebet.

Shema ist das hebräische Wort für „hören“ und Vers 4 beginnt dementsprechend mit „Höre Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR ist Einer.“14 Jesus, der Gründer und Lehrer der christlichen Religion, bestand nicht weniger auf dem Shema als Führung zu wahrer Theologie und zum Glauben (Markus 12,28-34)

 

Als Christ akzeptiere ich die grundlegenden Wahrheiten unseres Glaubens, wie sie uns in den Schriften der hebräischen Bibel und dem griechischen Neuen Testament offenbart sind. Ich glaube, dass die Bibel für die Wahrheitsansprüche des christlichen Glaubens solide göttliche Autorität besitzt. Es ist für mich klar, dass Jesus und die Apostel die Bibel als göttliche Offenbarung betrachteten, als beständige Führung für Menschen in einer offensichtlich gefallenen Welt.

Jesus war der ultimative „Biblizist“, der erklärte „die Schrift kann doch nicht aufgehoben werden“ (Joh. 10,35) und ausführlich aus der Bibel über sich selbst, seine wahre Identität, aus dem „Gesetz Moses, den Propheten und Psalmen“(Lukas 24,4) lehrte. Meine Absicht ist es, Jesus in seiner Beschreibung, wer Gott und wer er, Jesus, ist, zu folgen. Letztendlich ist das die Grundlage unserer Hinwendung zu Gott und Seiner Anbetung. Paulus war natürlich genauso beharrlich in seiner Überzeugung von der Inspiration der Schriften. Für ihn hatte Gott die heiligen Schriften, die folglich Seine Gedanken und Seinen Geist repräsentierten „eingegeben“ (2. Tim. 3,16).15

Die Schriften waren eine göttliche Bibliothek, dafür entworfen uns im Willen Gottes zu unterweisen. Paulus behauptete als Apostel Jesu unter Inspiration zu sprechen.16 Er wusste sicherlich von dem jüdischen Glaubensbekenntnis Jesu und sprach von seinem eigenen Judentum. Der Gott, dem er und alle Apostel dienten, war der Gott Israels, „der Gott seiner und Israels Väter“ (siehe Apg. 3,13; 5,30; 22,14; 24,14).

Es gibt keinen Hinweis darauf, dass Paulus oder Petrus jemals dieses Glaubensbekenntnis in Frage gestellt, noch viel weniger dass sie sich davon abgewandt hätten. Der Glaube an Gott als den Vater von Jesus und den Einen Gott der Bibel ist fixer Bestandteil der Theologie von Paulus. Wenn er das Glaubensbekenntnis, das er und auch Jesus erbten, verändert hätte, dann würde dies ausführliche Behandlung in den Aufzeichnungen des Neuen Testaments verlangen, statt im ersten Kirchenkonzil in Apostelgeschichte 15 und im Galaterbrief die neue zerschmetternde Wahrheit, dass Heiden ohne fleischliche Beschneidung völlig Teil des Volkes Gottes werden können, im Detail zu diskutieren.

Es gibt kein einziges Wort im Neuen Testament über irgendwelche solche revolutionäre Änderungen in der Definition von Gott. Da ist nichts in den aufgezeichneten Berichten über den Dienst des Paulus zu finden, der neu definiert, wer der Gott Israels und damit der Gott der Christen, ist.

Ich bin alarmiert über die Feindseligkeit, die jedem entgegen schlägt, der das Dogma eines dreieinigen Gottes in Frage stellt. Statt dem reformatorischen Prinzip der freien und unabhängigen Prüfung, regiert eine erschreckende Atmosphäre des Zorns und Entrüstung, dass jemand in Betracht zieht, dass Jesus kein Trinitarier war.

Haben wir vergessen, dass unser Heiland ein Jude war? Haben wir die Lehre Jesu, dass Gewalt undenkbar ist, ernst genommen? Soll diese wohl durchdachte Überredungskunst die apostolische Methode sein die Wahrheit zu lehren? Ist der Gebrauch von Macht, um Gleichförmigkeit in Lehrmeinungen zu erzwingen, nicht eine Ablehnung des Kerns des Christentums?

 

Eine Begebenheit brachte mich kürzlich in ein Gespräch mit einem calvinistischen Pfarrer. Seine Haltung zu mir in der Frage, wie man Gott definiert, war scharf und verdammend. Das furchtbare Wort „Ketzer“ wurde von ihm freizügig verwendet und er urteilte über mich und meine Familie, dass wir auf keinen Fall Christen wären. Wir würden einen fremden Gott anbeten.

Die Diskussion war eine furchteinflößende Erinnerung an die schrecklichen Ereignisse, als der Reformator Johannes Calvin im 16. Jahrhundert die Vernichtung des jungen Bibelgelehrten Michael Servetus aus dem einfachen Grund beschloss, dass jener nicht akzeptieren konnte, dass Gott eine Dreieinigkeit war und auch die Kindertaufe ablehnte.

Er bezahlte für seine Überzeugungen mit seinem Leben, und das durch einen der bekanntesten Reformatoren. Diese Geschichte ist ein schockierendes Zeugnis eines brutalen Mordes auf dem Scheiterhaufen im Namen Jesu. Und Calvin starb ohne Reue für seinen Anteil an Servetus Tod.

Dieses Ereignis sollte eine breite Diskussion zwischen Kirchgängern hervorrufen, besonders unter denen, die sich selbst als Calvinisten mit Calvin auf einer Linie sehen. Es ist eine furchtbare Sache, sich als Sympathisanten mit denen zu assoziieren, deren Mangel an christlicher Liebe so offensichtlich ist, dass sie es als richtig ansehen, ihre theologischen Gegner zu töten.17

Die Kirchengeschichte ist voll gepflastert mit Berichten, wo die Kirche ihren strengen Zorn zeigt oder hart sogar die Todesstrafe für jeden fordert, der die Glaubensbekenntnisse der Kirchenkonzile in Frage stellt. Diese entsetzliche Tatsache sollte eine Sache dringender Besorgnis unter denen sein, die Christi errettende Lehre studieren. Brutalität zur Unterstützung einer traditionellen Lehre ist undenkbar, wenn die Gesinnung Christi unser Maßstab ist. Bei einer anderen Gelegenheit verkündete eine Organisation, die emsig damit beschäftig ist „Ketzerei“ anzuprangern, dass ein unitarisches Bibelcollege ein theologischer Kult ist, dessen Besuch unter allen Umständen vermieden werden muss.

Ich werde nie das keuchende Luftschnappen von über 400 Menschen vergessen, als ihnen der Sprecher für „Rechtgläubigkeit“ mitteilte, dass ich zwar glaube, dass Jesus der Messias und der Sohn Gottes ist und auch die Auferstehung und die Wiederkunft Christi erwarte, aber nicht glaube, dass er tatsächlich Gott ist. Viele der anwesenden Damen eilten nachher zu mir und meiner Frau und flehten uns an, um uns vor dem ewigen Höllenfeuer zu erretten.

Ich bemerkte, dass ihr Eifer ihre Kenntnis des Themas bei weitem übertraf. Es schien ihnen nicht bewusst, dass Jesus, der Apostel unseres Bekenntnisses (Heb. 3,1), unmissverständlich und klar seinen Glauben, das unitarische Bekenntnis seines jüdischen Erbes, verkündete. Aber diese einfachen Tatsachen schienen keine Rolle zu spielen.

Die treibende Kraft hinter diesem offensichtlichen Eifer, uns von unserer katastrophalen „Ketzerei“ zu retten, war die Unterstützung ihrer Kirchentraditionen. Jede Kenntnis der geschichtlichen Entwicklung ihres trinitarischen Glaubensbekenntnisses fehlte diesen Enthusiasten.

Ich bin völlig davon überzeugt, dass die Schreiber des Neuen Testaments die Wahrheit sagten, als sie mit einer Stimme berichteten, dass Jesus das rettende Evangelium vom Reich Gottes verkündete und alle einlud, zu ihm zu kommen, um als königliche Familie zum königlichen Dienst in der kommenden messianischen Herrschaft auf Erden vorbereitet zu werden.

Er starb für die Sünden der Welt und zur Errichtung des neuen Bundes und wurde nach drei Tagen wieder lebendig. Ich bin davon überzeugt, dass er seine Grabstätte verließ und sichtbar und fühlbar unter denen gegenwärtig war, die ihn vor seiner Kreuzigung kannten.

Ich bin verpflichtet an die unumstößliche geschichtliche Tatsache der Auferstehung Jesu als an einen unentbehrlichen Pfeiler aufrichtigen Christentums zu glauben. Hinter dem erstaunlichen Geschehen seiner übernatürlichen Herkunft von einer Jungfrau, dem Predigen des Evangeliums und dem Heilungsdienst von Jesus, seiner Kreuzigung, Auferstehung und Himmelfahrt, der versprochenen Rückkehr bei seiner Wiederkunft, um eine neue politische und soziale Ordnung auf Erden einzuführen, ist die unsichtbare Hand des Gottes von Abraham, Isaak und Jakob, der auch der Gott Jesu ist.

Ich habe keinen Grund anzunehmen, dass sich die Nachfolger Jesu den auferstandenen Jesus nur eingebildet haben. Sie hatten absolut kein Motiv, darüber zu lügen, was sie mit ihren Sinnen als Tatsache und Wahrheit empfangen hatten. In einer ungeschminkten Art und Weise beteuerten sie, dass sie mit „ihm nach seiner Auferstehung gegessen und getrunken haben“ (Apg. 10,41).“Gott hat ihn von den Toten auferweckt. Und er ist mehrere Tage hindurch denen erschienen, die mit ihm aus Galiläa nach Jerusalem hinaufgezogen waren, welche nun seine Zeugen sind vor dem Volk.“ (Apg. 13,30-31).

 

Ich glaube das auf der Grundlage des Zeugnisses jener, die in unmittelbarer Nähe dieser Ereignisse lebten und daher in der Position sind, darüber dementsprechend genau zu berichten. Ich habe keinen Grund zu denken, dass zum Beispiel Lukas Märchen erfunden hat, als er Jesu übernatürlichen Beginn in Maria, seinen Predigtdienst und seine Hinrichtung durch die Hand grausamer blind eifernder Römer und Juden nacherzählt.

Von Lukas ist fortwährend bewiesen, dass er in seinen Kenntnissen über die geschichtlichen und zeitgenössischen Angelegenheiten bestens informiert war. Er gibt keinen Hinweis darauf, dass er seine Absicht über geschichtliche Ereignisse zu berichten, verlassen hat, oder in Mythologie abgedriftet ist, als er uns erzählt, dass der auferstandene Jesus mit seinen auserwählten Schülern (Jüngern) einen sechswöchigen Kurs über die Lehren des Reiches Gottes abhielt (Apg. 1,3). 18

Die Predigt von Paulus in Antiochien präsentiert diese christlichen Tatsachen auf eine schlichte und transparente Art und Weise, indem er Aufmerksamkeit und Glauben fordert. Ich finde Paulus hier total überzeugend.

Er glaubt nicht nur, dass Jesus vom Tod wieder zum Leben kam, sondern er sieht, dass sich das biblische Geschehen zwischen Gott und Jesus und nicht zwischen Gott und Gott abspielt: „Von dessen (David) Nachkommen hat nun Gott nach der Verheißung Jesus als Retter für Israel erweckt, nachdem Johannes vor seinem Auftreten dem ganzen Volk Israel die Taufe der Buße gepredigt hatte. Als aber Johannes seinen Lauf vollendete, sprach er: Der, für den ihr mich haltet, bin ich nicht; doch siehe, es kommt einer nach mir, für den ich nicht gut genug bin, die Schuhe von seinen Füßen zu lösen. Ihr Männer und Brüder, Söhne des Geschlechtes Abrahams, und die unter euch Gott fürchten, an euch ist dieses Wort des Heils gesandt. Denn die, welche in Jerusalem wohnen, und ihre Obersten haben diesen nicht erkannt und haben die Stimmen der Propheten, die an jedem Sabbat gelesen werden, durch ihr Urteil erfüllt. Und obgleich sie keine Todesschuld fanden, verlangten sie doch von Pilatus, dass er hingerichtet werde. Und nachdem sie alles vollendet hatten, was von ihm geschrieben steht, nahmen sie ihn vom Holz herab und legten ihn in eine Gruft. Gott aber hat ihn von den Toten auferweckt. Und er ist mehrere Tage hindurch denen erschienen,, die mit ihm aus Galiläa nach Jerusalem hinaufgezogen waren, welche nun seine Zeugen sind vor dem Volk. Und wir verkündigen euch das Evangelium von der den Vätern zuteil gewordenen Verheißung, dass Gott diese für uns, ihre Kinder, erfüllt hat, indem er Jesus auferweckte. Wie auch im zweiten Psalm geschrieben steht: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt. Dass er ihn aber von den Toten auferweckte, so dass er nicht mehr zur Verwesung zurückkehren sollte, hat er so ausgesprochen: Ich will euch die gewissen Heiligtümer Davids geben. Darum spricht er auch an einem andern Ort: Du wirst nicht zulassen, dass dein Heiliger die Verwesung sehe. Denn David ist, nachdem er zu seiner Zeit dem Willen Gottes gedient hat, entschlafen und zu seinen Vätern versammelt worden und hat die Verwesung gesehen. Der aber, den Gott auferweckte, hat die Verwesung nicht gesehen. So sei euch nun kund, ihr Männer und Brüder, dass euch durch diesen Vergebung der Sünden verkündigt wird; und von allem, wovon ihr durch das Gesetz Moses nicht gerechtfertigt werden konntet, wird durch diesen jeder gerechtfertigt, der da glaubt. So sehet nun zu, dass nicht über euch komme, was in den Propheten gesagt ist: Sehet, ihr Verächter, und verwundert euch und verschwindet, denn ich tue ein Werk in euren Tagen, ein Werk, das ihr nicht glauben werdet, wenn es euch jemand erzählt!“ (Apg.13,23-41)

 

Ich finde den Zeugnisbericht von Lukas und Paulus, der wie eine Beweisführung vor Gericht formuliert ist, zwingend vernünftig. Ich habe das Neue Testament viele Jahre in einem Bibel College gelehrt und habe dabei mit den Klassen von Wort zu Wort gearbeitet, dazu sorgfältig die griechischen Originaltexte betrachtet und die besten Gelehrten in englischer, deutscher und französischer Sprache zu Rate gezogen.

Das Neue Testament entfaltet solch eine noble Qualität von Aufrichtigkeit, Reinheit, Mut und Eifer, die sich dadurch selbst empfiehlt und unsere Wertschätzung in anderen erstrebenswerten Gebieten gewinnt. Es ist natürlich eine außerordentlich klare und logische Schlussfolgerung, dass der große Schöpfer seine Schöpfung nicht in Unwissenheit über seinen Plan mit der Menschheit lässt.

Er hat auch tatsächlich seinen Plan durch die heiligen Schriften der hebräischen Bibel und des griechischen Neuen Testamentes, und vor allem endgültig in den Predigten und Lehren Jesu in den Evangelien und denen seiner Apostel offenbart. Die Auferstehung Jesu erklärt schlicht die ganze Geschichte für gültig, indem Gott seinen eigenen Stempel der Bestätigung auf das gesamte Geschehen gibt, das noch vollendet werden wird. Es wäre viel schwerer für mich zu glauben, dass die Schreiber der Bibel arglistige Betrüger sind.

Welches Motiv hätten sie, solch eine Falschmeldung in die Welt zu setzen, wenn das wirklich die Absicht der Geschichte im Neuen Testament über Jesus und seine Nachfolger ist? Stellen wir uns vor, ihre Geschichte wäre absichtlich gelogen. Was könnten sie gewinnen, wenn sie voll Freude von ihrer Überzeugung berichten, die sie von Angesicht zu Angesicht von Jesus empfangen haben, der nach seinem Tod wieder lebendig wurde, nachdem Gott das erstaunliche schöpferische Wunder vollbrachte und den gekreuzigten Messias wieder zum Leben erweckte?

Wenn Gott am Anfang den Menschen überhaupt erst erschaffen hat, welche Einwendung sollte dann jemand dagegen haben, dass Er einen Menschen wieder lebendig macht?

Warum sollten diese heldenmütigen ersten Christen den Zorn der feindlichen religiösen und weltlichen Führer hervorrufen wollen, indem sie gegen besseres Wissen die große Unwahrheit verbreiteten, dass ihr geliebter Leiter ihnen nach seinem Tod lebendig erschien?

Ist es nichts anderes als eine Form von Verrücktheit, wenn Menschen, die von den Ereignissen 2.000 Jahre entfernt sind, behaupten, dass sie es besser wüssten was geschehen ist, als jene, die imstande waren mit tatsächlichen Augenzeugen über die christliche Geschichte zu sprechen? Obwohl ich leidenschaftlich an die außergewöhnlichen, jedoch auch bestechend nüchternen Behauptungen der Verfasser des Neuen Testamentes glaube, habe ich allergrößte Bedenken was die Kirche, die behauptet Jesus nachzufolgen, mit dem Glauben der ersten Christen später tat.

Ich glaube, dass uns die Geschichte einen enormen Unterschied zwischen dem, was durch die Jahrhunderte als christlicher Glaube bekannt wurde und dem, was uns von den Christen des ersten Jahrhunderts berichtet wird, zeigt. Ich denke, dass nach dem Tod von Johannes, dem letzten der zwölf Apostel, am Ende des ersten Jahrhunderts ein radikaler Verfall und eine Verdrehung stattfand. Der Beweis des signifikanten Wandels im Glaubenssystem, der die Christen später überwältigte, ist nirgends offensichtlicher als in der Verschiebung, wie es in der Definition wer Gott und Jesus sind, geschah.

 

Das Herz des Christentums, wie es uns zuerst von Jesus vermittelt wurde, war dauerhaft und gegensätzlich beeinflusst. Ich denke, dass die Kirche einen schweren Schaden erlitt, als der Eine Gott, der Vater von Jesus, zu zwei und drei erklärt, und der menschliche Jesus, der Sohn Gottes, verdunkelt wurde.

Ich denke, ich kann diese radikale Veränderung zum Schlechten demonstrieren, indem ich schlicht die klaren Beweise durch die Aussagen von Jesus über Gott und sich selbst und seine Beziehung zu Gott zitiere und mit dem vergleiche, was die spätere institutionalisierte Kirche nach Jahrhunderten interner Kämpfe und oftmals grausamer Argumentation, als die Sicht von Gott und Jesus verkündete. Es ist eine bekannte Tatsache, dass jene Lehre von der heute behauptet wird, sie sei die einzig richtige (orthodoxe) Sicht über Gott und Jesus, erst bei den Kirchenkonzilen 325 n. Chr. in Nicäa und 451 n. Chr. in Chalcedon als Glaubensbekenntnis in Stein gemeißelt wurde.

Dies geschah erst nach Jahrhunderten erbitterter und verwirrender Argumentation. Selbst nach dem Konzil in Chalcedon gab es darüber, wie beschrieben werden soll wer Jesus ist, weitere Streitgespräche und nach dem freimütigen Eingeständnis von zeitgenössischen Experten der Kirchengeschichte, ist „das Verlangen nach einer kompletten Neubeurteilung des kirchlichen Glaubens in Christus bis zum heutigen Tage eine dringende Notwendigkeit“.19

Dieses dringende Bedürfnis für Neubeurteilung sticht für mich in einem interessanten Zitat in einem informativen Buch eines Professors der systematischen Theologie an der Trinity Evangelical International University, hervor. Am Ende seiner ausführlichen historischen Lehrbetrachtung beklagt er das, was er als Abweichung von den klassischen Glaubensbekenntnissen, die das Rückgrat des traditionellen Christentums formten, sieht.

Er denkt, dass wir uns bedauerlicherweise vom Konzil von Chalcedon, wo die berühmte „Zwei-Naturen Lehre“ über Jesus formuliert wurde, fortbewegen: „In der Theologie müssen wir sagen, dass wir anscheinend das post-chalcedonische Zeitalter betreten. Die Transformation dieser Entwicklung deutet auf etwas, das größer ist als alles was bis jetzt innerhalb der Christenheit geschah. Es kann nur mit der Überleitung des biblischen Monotheismus selbst, vom unitarischen Monotheismus Israels zur Trinität des Konzils von Chalcedon verglichen werden.

Der Unterschied ist durch die Verschiebung vom Gebet Shema Yisroel in 5. Mose 6,4 („Höre Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR ist Einer.“) zum Athanasianischen Glaubensbekenntnis („Wir verehren den einen Gott in der Dreifaltigkeit, und die Dreifaltigkeit in der Einheit“) symbolisiert.“

 

Das ist ein verblüffender Kommentar des Professors, der dann die Frage stellt: „War die Verschiebung vom persönlichen Monotheismus Israels zum dreipersönlichen Gottesglauben von Nicäa eine legitime Entwicklung der alttestamentlichen Offenbarung? Christen halten daran fest und beteuern, dass Nicäa keine Verdrehung sondern eine weitere vollere Entfaltung der Selbstenthüllung des Gottes Israels repräsentiert.“20

Für mich ist an diesem Kommentar zuerst einmal erstaunlich, dass der Professor freimütig eingesteht, dass der Wechsel vom Glauben Jesu an die Einheit Gottes zur trinitarischen Lehre von Nicäa geschah und tatsächlich von großer Tragweite war.

Das Risiko einer unkritischen Akzeptanz der „Überlieferungen“ um der Tradition willen ist für mich alarmierend und was meinen Verdacht erweckt und mich zu weiteren Untersuchungen in den Kapiteln dieses Buches treibt, ist, dass der Professor augenscheinlich nicht bemerkt hat, dass Jesus derjenige war, der dem unitarischen Monotheismus Israels völlig zugestimmt hat. Jesus gab nicht den geringsten Hinweis darauf, dass ein Wechsel zu einer anderen Form von „Monotheismus“ vorstellbar oder legitim ist.

Wie können es sich Christen dann tatsächlich als möglich vorstellen, dass man sich über das Glaubensbekenntnis Jesu, das er als Herz und Zentrum der wahren Erkenntnis Gottes bezeichnete, hinweg setzt? Der Professor scheint die Frage zu stellen, ob es erlaubt ist, die Lehre Jesu über Gott zu verlassen. Er scheint unbesorgt darüber zu sein, dass wir tatsächlich von der Theologie Jesu abgewichen sind. Es scheint ihm nichts auszumachen, dass Jesus von „ dem Herrn, unserem Gott“ als dem Gott Israels sprach, der definitiv kein dreieiniger Gott war.

Die Fragen, die Professor Brown stellt, sorgten auch für die These meiner Nachforschungen. Was ich herausfand, kann so etwas wie einen Aufruhr verursachen, aber ich denke, dass es in diesem Fall einem guten Zweck dient. Ich werde damit argumentieren, dass es gefährlich ist, wenn wir es unterlassen, auf Jesus als unseren Rabbi zu hören. Seine Lehren sind mit Warnungen gepflastert, seine Worte zu beachten.

Ich glaube, dass viele Kirchgänger sich zu einem alarmierendem Grad dem Glauben gedankenlos nähern und leichtfertig unwissend darüber sind, woher ihre Glaubensbekenntnisse stammen. Ich befürchte, dass sie in diesem Zustand weit offen für Verführung sind, die aber um jeden Preis vermieden werden muss. „Die Liebe zur Wahrheit , durch die man gerettet werden kann“ (2.Thess. 2,10) wird als Priorität im christlichen Leben betont.

Wenn Autoaufkleber ihre Fahrer als jene identifizieren, die „Jesus rettet“, sollten wir dann nicht absolut sicher sein, dass wir wirklich nicht vom Messias Jesus des ersten Jahrhunderts abgedriftet sind, der tatsächlich das Shema zitierte?

 

12 Eis, one „Exegetical Dictionary of the New Testament, Eerdmans, 1990, 399.

13 J.W. Bowman, The Intention of Jesus, SCM Press, 1945, Seite 108.

14 Kenneth Samples („Apologetic Lessons from the Past: The Ancient Christian Creeds“, www.augustinefellowship.org) erinnert uns an den Wert der Glaubensbekenntnisse. Aber wir müssen sicher gehen, dass sie sich tatsächlich auf Jesus selbst rückbeziehen lassen: “Der amerikanische Philosoph George Santayana proklamierte einst: Jene, die sich nicht an die Vergangenheit erinnern, sind dazu verdammt sie zu wiederholen. Christen sollten besonders auf die wichtigen Lektionen der Vergangenheit aufmerksam sein. Die Wahrheitsansprüche des Christentums (die sich auf das Leben, den Tod und die Auferstehung Jesu Christi zentrieren) sind in den Tatsachen der Geschichte verwurzelt. Zeitgenössische Christen können durch sorgfältiges Studieren der Glaubensbekenntnisse des Christentums und der Geschehnisse um deren Formulierungen überaus bereichert werden. Der angemessene Gebrauch der Glaubensbekenntnisse kann den Wert christlicher Unterweisung, Anbetung und Evangelisation steigern. Eine Untersuchung der überlieferten Glaubensbekenntnisse kann jedoch auch wichtige apologetische Lektionen für Christen des 21. Jahrhunderts offenbaren“.
15 2. Tim. 3,16 „eingegeben“ in griechisch theopneustos: „von Gott geatmet/eingehaucht“.

16 2. Petrus 3,16 bezeichnet die Briefe des Paulus als Schriften.

17 Der Dekan von Canterbury, F.W. Farrar, schrieb 1987: “Renée, Herzogin von Ferrara, Tochter von Louis XII, war eine gedankenvolle und fromme Prinzessin und eine herzliche Bewunderin von Calvin. In einem Brief an den großen Reformer in Genf machte sie die weise Bemerkung, dass David´s Beispiel des Feindeshasses für uns nicht mehr anwendbar ist. Es sollte angenommen werden, dass Calvin daraufhin eine Gefühlsregung angefügt hätte, die Christi Lehre wiedergeben würde: Ich sage euch, liebt eure Feinde, segnet die euch verfluchen und betet für jene, die euch misshandeln und verfolgen.

 

Aber Calvin war von der Anmerkung der Prinzessin schockiert! Schroff und streng antwortete er ihr, dass so ein Kommentar die gesamte Schrift durcheinander bringen würde und dass sogar David in seinem Hass ein Beispiel für uns und ein Typus für Christus sei, und er schrieb: Sollten wir annehmen, dass wir Christus in seiner Süssheit und Menschlichkeit überlegen sind?

Die Prinzessin war völlig im Recht und der Theologe lag verheerend falsch. Es wäre besser für Calvin gewesen, wenn er die Lehre Christi wahrhafter verstanden hätte... Hätte er das getan, dann hätte ihn das von den schlimmsten Irrtümern seines Lebens errettet – der Verbrennung von Servetus, die Empfehlung der Verfolgung an seinen Schirmherr Sommerset, das Nichterheben seiner Stimme, um der unglücklichen und verbannten Gemeinde von John á Lasco beizustehen.

Aber wie Grotius trefflich sagte, waren die Calvinisten zu allen, die nicht ihre Vorstellungen von Gott teilten, meistens so streng wie sie sich vorstellten, dass Gott zum Großteil der menschlichen Rasse ist. Unglücklicherweise haben die Pilgerväter und ihre frühen Nachkommen diese gefährlichen Irrtümer aufgenommen, obwohl sie selbst durch königliche Despoten und priesterliche Intoleranz zu Flüchtlingen wurden. Sie folterten harmlose alte Frauen, die sie als Hexen bezeichneten und behandelten heilige, wenn auch irregeführte, Quäker mit unbarmherzigem heftigem Zorn.“ (The Bible: Its Meaning and Supremacy, Longmans, Green and Co.,189 Seite 7,92,93).

18 Jesus hat sicherlich keine Zeitbeschränkung für das Kommen des Reiches Gottes gesetzt. Bei einer Gelegenheit sprach er davon, dass seine Nachfolger das Reich Gottes sehen würden bevor sie sterben. Diese Voraussage wurde in der Vision des Reiches Gottes erfüllt (Matthäus 17,9). Petrus erklärte später, dass die „Verklärung“ als Ereignis eine Vision des kommenden Königreiches und der Wiederkunft war (2. Petrus 1,16-18). Als Jesus davon sprach, dass „diese Generation“ nicht vergehen würde, bevor alle Ereignisse seiner prophetischen Ankündigungen erfüllt sind, bezog er sich nicht auf eine Zeitperiode von 70 Jahren und noch weniger auf eine Zeitspanne von 40 Jahren nach der Staatsgründung Israels in 1948! „Generation“ oder „Geschlecht“ (Markus 13,30) hat hier die Bedeutung von „gegenwärtiger böser Gesellschaft“, „Brut“, „Nachkommenschaft“ (siehe Sprüche 30,11-14; Psalm 24,6; Lukas 16,8; Apg. 2,40; Markus 8,38), die hier sein wird, bis Jesus das Zeitalter des zukünftigen Reiches Gottes auf Erden einführt. Jesus machte es deutlich, dass es unmöglich ist einen Zeitpunkt für das Kommen des Reiches Gottes zu bestimmen. Er hat das in Markus 13,32 und Apg. 1,7 klar festgestellt. Das Neue Testament spricht auch von der Wiederkunft „nach langer Zeit“ (Matthäus 25,19; Lukas 20,9). Das Reich Gottes und der Tag des Herrn sind immer „nahe“, wie die Propheten 700 Jahre vor dem ersten Kommen Jesus sprachen (Jesaja 13,6).

19 Aloys Grillmeier, Christ in Christian Tradition, Westminster John Knox Press, 1975, 1:557.

20 Harold O.J. Brown, Heresies, Seite 431.

 

Quelle: http://www.trinitaet.com/images/PDF/Buecher/Jesus-war-kein-Trinitarier.pdf


!!!1.Thessalonicher 5:21 prüfet aber alles.

Das Gute behaltet,!!!


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