Geschichtlicher Hintergrund


 

Jesus war kein Trinitarier!

Geschichtlicher Hintergrund

 

Die meisten Kirchgänger zeigen in der Öffentlichkeit kein großes Interesse an der Geschichte ihrer Dogmen und sind mit diesem Informationsvakuum anfällig für Falschinformationen. Sogar die Geschichte der Entwicklung der Dreieinigkeitslehre wurde ihnen falsch präsentiert.

Das erweckt meinen Verdacht, aber bestätigt auch meinen Glauben daran, dass Jesus und Paulus prophetisch vor dem kommenden Abfall vom Glauben gewarnt haben. Jesus, der sowohl die menschliche Natur wie auch die List des Teufels kannte, fragte sich, ob der wahre Glaube bei seiner Wiederkunft noch existieren würde (Lukas 18,8)?

Paulus sprach davon, dass die ursprüngliche Wahrheit durch Fabeln ersetzt würde, die sich als Christentum tarnt und vom zeitgenössischem Verlangen sich „Lehrer anzuhäufen“, die den Menschen nicht die Wahrheit predigen, sondern das was sie hören möchten (2. Tim. 4,3-4).

Was wäre, wenn sich diese Voraussagen bereits erfüllt haben? Die Fälschung der geschichtlichen Tatsachen überzeugt mich nicht gerade von der Objektivität einiger kirchlicher Autoritäten bei ihrer Annäherung an dieses kontroverse Thema. R.P.C. Hanson, ein führender Experte über die Entwicklung von Lehren, bedauerte das Zerrbild, das sich unter dem Deckmantel eines Tatsachenberichtes über die traditionelle Lehre über Gott entwickelte. Professor Hanson studierte den bekannte Streit über das Wesen Gottes und Rechtgläubigkeit: „Die Version, welche mit der arianischen Kontroverse von 318-381 n. Chr. verbunden wird, steht bis heute praktisch in allen Lehrbüchern und lautet ungefähr so: Im Jahre 318 n. Chr. wurde der Presbyter Arius von seinem Bischof Alexander aus Alexandrien getadelt, dass er eine falsche Lehre über die Göttlichkeit Christi verbreite, die besage, dass Jesus ein erschaffener und untergeordneter Gott sei.

 

Als sich diese Kontroverse durch Unterstützung böser bestimmter Bischöfe wie Eusebius von Nicomedia und seinen Namensvetter aus Cäsarea ausbreitete, berief der Kaiser Konstantin ein Kirchenkonzil in Nicäa ein, das ein Glaubensbekenntnis entwarf, dessen Absicht es war, den Arianismus zu verdrängen und die Auseinandersetzung zu beenden. Geschicktes politisches und kircheninternes Taktieren der Arianer war schuld, dass dieser fromme Plan vereitelt wurde.

Unterstützer der orthodoxen Sichtweise wie Athanasius von Alexandrien, Eustathius von Antiochien und später Paul von Konstantinopel wurden mit falschen Anschuldigungen ihrer Ämter enthoben und ins Exil verbannt.

Aber Athanasius führte den Kampf um die orthodoxe Lehre der Dreieinigkeit mutig und resolut beinahe alleine weiter, bis sich ihm dann im späteren Stadium der Auseinandersetzung auch andere Bannerträger des rechten Glaubens wie Hilary von Poitiers, Papst Damasus und die drei Kappadozier, Basil von Cäsarea, Gregor von Nazianz und Gregory von Nissa anschlossen. Schlussendlich trug durch die Hilfe von Kaiser Theodosius das Recht den Sieg davon und die Macht des Irrtums und Bösen, welche die Arianer repräsentierten, wurde besiegt und vernichtet. Eine überarbeitete Formulierung des Glaubensbekenntnisses von Nicäa (325 n. Chr.) beim Konzil von Konstantinopel (381 n. Chr.) krönte dann den Triumph des wahren Glaubens.

Dieser konventionelle Bericht über die Auseinandersetzung, der im Original eine Version der siegreichen Partei ist, wird nun von einer großen Anzahl von Gelehrten als völlige Karikatur der Ereignisse erkannt... Am Anfang der Kontroverse kannte niemand die richtige Antwort.21 Es gab keine „Orthodoxie“ zum Thema „ Wie göttlich ist Jesus Christus?“.

 

Es ist eine an den Haaren herbeigezogene Behauptung, dass eine Kontroverse über eine Lehre, deren orthodoxe Form für jedermann, der damit zu tun hatte, klar und seit vergangenen Jahrhunderten bestens bekannt war, für nicht weniger als 60 Jahre wütete.“22

Hanson fügt dann noch folgende interessante Tatsache hinzu: „Das Glaubensbekenntnis von Nicäa 325 n. Chr., das entworfen wurde um die Kontroverse zu beenden, versagte offensichtlich. Tatsächlich trug es zur letztendlichen Verwirrung bei, da die Worte ousia (Wesen) und hypostais (Person) so unklar verwendet wurden, dass man vermuten könnte, die Kirchenväter von Nicäa hätten die – schon damals als Ketzerei betrachtete - Sichtweise des Sabellianismus (Gott ist eine Person in drei Offenbarungsformen) angenommen.“

 

Die Schlussfolgerung Hansons aus seiner geschichtlichen Betrachtung ist, dass er betont, dass die Fehler und Missverständnisse „nicht auf die Vertreter einer bestimmten Lehrmeinung begrenzt waren, und nicht alle mit der Überschrift „böse arianische Verschwörung“ zusammengefasst werden können.

Der ernsthafteste ursprüngliche Fehler was das Fehlverhalten von Athanasius in seinem Amt in Alexandrien.“ Dieser kurze Bericht über die Streitigkeiten, die zum standardisierten Konzept über Gott im Christentum führten, sollte dem Leser die alarmierende Tatsache vor Augen führen, dass nichts von dem, was zur „Orthodoxie“ (Rechtgläubigkeit) führte, das Zeichen des friedfertigen und wahrheitsliebenden Geistes Jesu trägt, dessen Verständnis von Gott auch nichts von dem Chaos provozierte, von dem uns die Geschichte später Zeugnis ablegt. Es ist nötig, einen neuen Blick auf die gesamte Frage über Gott und den Sohn Gottes zu werfen.

Ich hoffe, mit diesem Buch einen kleinen Beitrag zur dringend nötigen Generalüberprüfung der grundlegenden Strukturen des „empfangenen“ Christentums zu leisten. Ich möchte zeigen, dass die Verschiebung, welche das Zentrum des Glaubenssystems Jesu und seiner ersten Nachfolger beeinträchtigte, ungeheuerlich weitreichende Auswirkungen auf die Kirchengeschichte hatte. Massen von Menschen, die an Gott glaubten, wurden zu Gegnern, da sie über die wichtigste aller theologischen Fragen im Widerspruch waren: Wer ist Gott? Und wer ist Jesus? Und in welcher Beziehung steht Jesus zu dem Gott der Bibel?

21 Professor Karen Armstrong bringt es auf denselben Punkt: „Heute ist der Name von Arius ein Ersatzwort für Ketzerei (teilweise weil seine Sichtweise mit denen der Zeugen Jehovas in Verbindung gebracht wird), aber als der Konflikt ausbrach, gab es keine offizielle orthodoxe Position und es war keinesfalls sicher, warum und ob Arius überhaupt falsch lag“ (!) (A History of God, Gramercy Books, 2004, Seite 108).

22 R.P.C. Hanson „The Doctrine of the Trinity Achieved in 381”, Scottish Journal of Theology 36 (1983): 41-57.

 

Quelle: http://www.trinitaet.com/images/PDF/Buecher/Jesus-war-kein-Trinitarier.pdf


!!!1.Thessalonicher 5:21 prüfet aber alles.

Das Gute behaltet,!!!



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