Einleitung

Jesus war kein Trinitarier!


 

"Wir müssen uns daran erinnern, dass christliche Theologie nicht an Gott als eine Person glaubt. Sie glaubt, dass in ihm eine Dreieinigkeit von Personen als Einheit Gottheit besteht." 1

"Ausleger der christlichen Glaubensüberzeugung waren normalerweise nicht besonders interessiert daran, was Jesus während seines eigenen Lebens beabsichtigte und tat." 2

"Für Jesus und für sein Volk war Gott während vieler Jahrhunderte nur Einer. Er änderte nichts an diesem uralten Glauben." 3

 

In diesem Buch geht es darum klar zustellen, wer der Gott der Bibel ist. Solch ein Projekt mag als ein recht hochtrabendes Vorhaben erscheinen. Aber mein Ziel ist sehr genau definiert. Ich habe vor zu untersuchen, was es bedeutet, wenn "der Eine Gott" das Objekt unserer christlichen Anbetung ist. Was meint die Bibel mit "einem Gott"? Was bedeutet biblischer Monotheismus? Verschiedene, einander widersprechende Gruppen von christlichen Gläubigen behaupten Monotheisten zu sein. Muslime erheben den Anspruch Monotheisten zu sein. Juden machen ebenfalls diese fundamentale Behauptung.

Das große und dringende Thema ist: Wie definiert Jesus und die Bibel die Vorstellung von "einem Gott"? Meine Untersuchung beinhaltet den Vergleich zwischen dem Glaubensbekenntnis des historischen Jesus und den Verfassern des Neuen Testaments und deren Glaubensbekenntnis 4, wie es fast universell von allen Kirchenbesuchern verstanden wird, die sich mit dem Anspruch versammeln, Nachfolger Jesu zu sein. In diesen Kapiteln beziehe ich mich oft auf das Shema (5. Mose 6, 4; Markus 12, 29) als zentrales Glaubensbekenntnis Jesu.

Ich befinde mich in ständigem Austausch mit vielen bekannten Theologen, die den strikten Monotheismus Jesu kommentiert haben. Ich kann davon ausgehen, dass ein erheblicher Teil der christlichen Literatur meine These bestätigt, dass Jesus auf diesem unitarischen Bekenntnis beharrte.

In diesem Sinn wird die gegenwärtige Praxis und der Glaube der Kirchen durch ihre eigene Literatur widerlegt und würde gleichfalls von Jesus kritisiert werden.

Ich behaupte, dass die Ersetzung des Bekenntnisses Jesu durch eine trinitarische Definition von Gott kein zulässiger "Übergang innerhalb des biblischen Monotheismus" 5 ist.

 

Ich lasse mich davon nicht überzeugen, und auch nicht Millionen anderer 6, dass Trinitarismus in irgend einer Weise biblischer Monotheismus ist. In späteren Kapiteln habe ich versucht, die trügerischen Argumente aufzudecken, auf die sich oft "orthodoxe" Bibelausleger berufen, um die falsche Auffassung zu stützen, dass Jesus und die Apostel glaubten, Gott sei Drei in Einem.

Ich denke, die Öffentlichkeit wurde schwer irregeführt, weil ihr die Kritikfähigkeit abging, solche Argumente zu durchschauen. Ich bin nicht der Meinung, dass das Neue Testament jemals berichtet, dass Jesus von sich behauptet, der eine wahre Gott, der Gott Israels zu sein. Warum sollten dann die Nachfolger Jesu einem Glauben anhängen, auf den Jesus keinen Hinweis gab, dass sie an ihm festhalten sollten?

Wenn Christsein bedeutet, Jesus Christus nachzufolgen, dann muss es das erste Ziel eines Christen sein, dieselbe Sicht von Gott zu haben, die Jesus hatte. Das Glaubensbekenntnis Jesu sollte automatisch das Glaubensbekenntnis seiner Nachfolger sein. Wie die biblischen Berichte offenbaren, machte Jesus unmissverständlich deutlich, wen er für Gott hielt. Aber die Kirchen haben viel dafür getan, Jesu Wahrnehmung der Identität Gottes zumindest verwirrend, wenn nicht unbegreiflich zu machen.

Ich glaube, dass Christen zutiefst darum bemüht sein sollten, dass ihre Definition von Gott mit der Definition Gottes übereinstimmt, die uns Jesus gibt. Ich spreche hier nicht über die Qualitäten oder Eigenschaften Gottes, dass Er Liebe ist und dergleichen. Ich untersuche diese eine Frage: Wie viele ist Gott?

Ich forsche im Neuen Testament nach, ob Jesus jemals seine Zustimmung zu der Idee gab, dass Gott drei Personen 7 ist (Trinitarismus). Oder lehrte er, dass Gott eine Person ist (Unitarismus) 8?

Es besteht ein fundamentaler Unterschied zwischen einem Ein-Personen-Gott und einem Drei- Personen-Gott. Unsere Entscheidung, welcher dieser "Götter" der Gott der Bibel ist, wird sich dramatisch auf unser Verständnis auswirken, wer Jesus ist. Wir müssen zuerst wissen, wie Jesus Gott definierte.

 

Wenn Gott eine Person ist, dann ist das nächste Thema offensichtlich "Wer ist Jesus?". Dies sind zentrale Fragen wie unser Universum geordnet ist. Wir brauchen klare und solide biblische Antworten. Das sind tief gehende praktische Fragen. Wir benötigen Klarheit über diese Themen, damit wir uns Gott "im Geist und in der Wahrheit" nahen können, wie wir es laut Jesus tun sollten (Johannes 4, 24).

Instinktiv zieht es Bibelleser zu den Anfangsworten des Johannes-Evangeliums, um dort ein Konzept über die zweite Person in der göttlichen Trinität zu erhalten. Meine These ist, dass sie Johannes in dieser Passage missverstehen und falsch interpretieren, um der hebräischen Bibel und der strikten unitarischen Sicht Jesu zu widersprechen, mit welcher uns die anderen Evangelisten versorgen.

Dem Neuen Testament die Trinität aufzwingen, kollidiert mit der wahren und einheitlichen Sicht von Gott, die uns die Schrift vermittelt. Glaubensbekenntnisse sorgen für die grundlegende Verfassung der christlichen Kirchen. Ich behaupte, dass Jesu Glaubensbekenntnis, das im Neuen Testament aufgezeichnet ist, nicht das Bekenntnis der Kirchen ist, die heute seinen Namen für sich beanspruchen.

Wenn man das Neue Testament in seinem eigenen Zusammenhang liest, hat es sich nie auch nur um ein i-Tüpfelchen von dem Bekenntnis entfernt, das Jesus als Teil des größten Gebotes vortrug. Nachfolger Christi mögen sicher sein, dass sie Jesus im Herzen und Zentrum des Glaubens folgen - dem Glauben an Gott.

Aber sind sie darüber informiert, wie die Bekenntnisse der Kirche, der sie angehören, entstanden sind und haben keine Anstrengung gescheut, um sicherzustellen, dass das Bekenntnis der Kirche von Jesus anerkannt wird? War Jesus ein Trinitarier?

Ich bezweifle sehr, dass die meisten Kirchgänger dieser grundlegenden Frage viel Beachtung schenkten. Die traditionelle Definition von Gott als "Drei in Einem" beherrscht die Kirchenlandschaft als ein Dogma, das nicht in Frage gestellt wird. Offene Diskussionen über dieses traditionelle Glaubensbekenntnis sind unüblich. Wenn es jedoch in Frage gestellt wird, dann sind die kirchlichen Autoritäten emsig bemüht, auf dessen Wahrheitsgehalt zu bestehen.

Es sieht aus, als ob Kirchenbesucher eingeschüchtert werden, damit sie sich diesem Dogma über Gott unterordnen. Jedoch hören Kirchenmitglieder typischerweise keine Predigten über den Ursprung oder die Bedeutung der Behauptung "Gott ist Drei in Einem".

In den meisten Fällen können sie dieses Konzept nicht vor entgegengesetzten Ansichten verteidigen. Ihnen wurde einfach gesagt, jeden als "Sektierer" abzuschreiben, der die übernommene Definition von Gott in Frage stellt. Sie sind meistens in völliger Unkenntnis über den ständigen Strom der Opposition von historischen Fachleuten und Bibelgelehrten, die Einspruch dagegen erhoben, an einen Gott zu glauben, der zur gleichen Zeit unerklärlicherweise Drei sei. Ich bin davon überzeugt, dass "falscher Glaube den Verstand von Männern und Frauen gefangen hält. Die Wahrheit befreit sie." 9

 

Wir können es uns nicht leisten, an falschen Glaubensvorstellungen festzuhalten, besonders in solch zentralen Fragen wie über den Gott der Bibel und den Gott von Jesus. Mehr als alles andere benötigen wir Klarheit und Gewissheit darüber, wer Gott ist.

Wir alle müssen sicher sein, dass wir, wenn wir von Gott reden, von demselben Gott sprechen, den Jesus Gott nannte. Vor allem benötigen wir als Christen die Gewissheit, dass Jesus unser Glaubensbekenntnis gutheißt. Wenn wir Nachfolger Jesu sind, sollten wir beginnen sicher zu stellen, dass wir dem Glaubensbekenntnis Jesu folgen, indem wir seine Definition von Gott bekennen.

Als Botschafter Christi benötigen wir volle Gewissheit, dass wir den wahren Gott der Bibel den vielen bringen, die keinen Gott kennen. Wahre Ansichten über Gott und Jesus sind aus folgendem Grund von allerhöchster Bedeutung.

Ich zitiere R. Alan Cole: "Christus mit falschem Glauben über Ihn anzubeten, bedeutet einen falschen Christus anzubeten, egal wie wir Ihn nennen; denn indem wir das tun, stellen wir Ihn uns anders vor, als Er ist, und anders als Er in der Schrift offenbart ist." 10

Wie viele wissen, hat die Kirche eine hässliche Geschichte der Verfolgung und sogar Tötung all derer, die es wagten, ihre gepflegten Dogmen in Frage zu stellen. Exakt zu jener Zeit, als die Kirche unter Konstantin begann, sich selbst mit militärischer Gewalt zu identifizieren, beschäftigte sie sich damit, ihre Konzilsbeschlüsse über Gott und Jesus und deren Beziehung zueinander in Stein zu meißeln.

Die Einführung von Gewalt als rechtmäßiges Mittel im Umgang mit Feinden und "Ketzern" schien Hand in Hand mit der Taktik zu gehen, jeden zu verfolgen und zu verbannen, der sich weigerte, mit der ungewöhnlichen Definition von Gott als Trinität überein zu stimmen. Könnte hinter dieser sehr nichtjüdischen Definition von Gott eine lieblose Macht lauern, durch welche sich die Kirche an die Welt verkaufte und ihren Status der "Fremdlingsschaft" verlor, der dem Neuen Testament so kostbar war? Verbannte die Kirche tatsächlich Jesus aus ihrer Mitte, indem sie auf eine beängstigend komplexe griechisch-philosophische Theologie bestand, die Jesus niemals anerkannt hätte? Lauert eine latente antisemitische Tendenz in der Vermeidung des jüdischen Glaubensbekenntnisses Jesu durch die Kirche?´

Ich bin keiner, der Neues erfindet. Man muss nur den viel gelesenen Bericht in The Reformation konsultieren, um festzustellen, dass unser Thema eine reiche Vergangenheit hat: „Einige der Radikalen um 1530 stellten noch tiefgreifendere Fragen zur Kirche nach Konstantin: sie sagten, sie habe das Wesen Gottes radikal falsch verstanden ...

 

Das Problem lag im Zentrum des Christentums. Es drehte sich um das Paradoxon, dass die Kirche in ihren frühen Tagen den gekreuzigten Menschen Jesus nicht bloß als den Messias oder Christus identifizierten, den die Juden erwarteten, sondern als Gott selbst ... Damit sprach eine Religion, die die feste Überzeugung geerbt hatte, dass Gott Einer ist, über ihn auch in drei Aspekten, Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Die Kirche verbrachte ihre ersten vier Jahrhunderte mit Diskussionen darüber, wie dies sein könne. Sie musste ihre Geschichte von einem dreieinigen Gott, der Mensch geworden war, mit ihrem jüdischen Erbe des Monotheismus und dem griechischen Erbe von Plato in Einklang bringen ... Diese theologischen Streitigkeiten, die erbittert, kompliziert und immer stärker mit politischen Machtfragen vermischt waren, gipfelten in Entscheidungen, die im vierten und fünften Jahrhundert auf einer Reihe von Kirchenkonzilen getroffen wurden, von Nicäa (325 n. Chr.) bis Chalcedon (451 n. Chr.).“ 11

Diese Tatsachen sprechen für sich. Die Frage ist, ob das Bild des jüdischen Jesus, dem heldenhaften Gründer der apostolischen Christenheit, während dieser bedauerlichen Jahrhunderte voll erbitterten Streites darüber, wer Gott und Jesus sind, verzerrt wurde?

Wäre es nicht besser, wenn sich Gläubige von diesem prägenden und streitsüchtigen Geschichtsabschnitt distanzieren und zu den christlichen Dokumenten selbst zurückkehren würden? Bekräftigt die Kirche heute einfach blind ihre Vorgaben für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Identität, die auf einer Definition von Gott basiert, die durch jahrhundertelange Wiederholung gepflegt und geehrt wurde?

Diese Fragen sind der sorgfältigen Untersuchung durch jeden wert, der von sich behauptet, Gott und Jesus mit seinem ganzen Herzen und Verstand zu lieben. Dieser Nachforschung sind die folgenden Kapitel gewidmet.

 

1 C.S. Lewis, Christian Reflections, Eerdmans, 1995, 79.

2 Richard Hiers, Jesus and the Future, John Knox Press, 1981, 1.

3 "God", A Dictionary of Christ and the Gospels, Charles Scribner's Sons, 1906, 1:650. Kursivsetzung vom Autor.

4 Das vielen Kirchenbesuchern bekannte Glaubensbekenntnis, wurde rund dreihundert Jahre nach dem Dienst Jesu im Konzil von Nicäa im Jahre 325 n.Chr. Festgelegt.

5 Harold O.J. Brown, Heresies: Heresy and Orthodoxy in the History of the Church, Hendrickson, 1998, Seite 431.

6 Ich denke hier speziell an Juden und Muslime, zusätzlich zur großen Zahl von christlichen "Dissidenten" durch die Jahrhunderte. Die Juden sind überzeugt, dass ihre hebräische Bibel eine Trinität ausschließt und der muslimische Koran warnt seine Anhänger vor einem Kompromiss bezüglich der Einheit Gottes.

7 Es ist bekannt, dass Experten unter den Trinitariern das Wort "Person" nicht mögen, da es nicht den antiken griechischen Begriff reflektiert, der bei der Formulierung der Bekenntnisse benutzt wurde. Allerdings sind ihre Alternativen sehr vage und unbestimmt und ergeben für die meisten Kirchenbesucher keinen Sinn. Wenn Kirchenmitglieder das Wort "Person" hören, geben sie sich einem Glauben an drei Personen hin, von denen jede einzelne Gott ist. Das hebräische nephesh entspricht "Person, Einzelwesen". Selbst Gott wird als ein nephesh beschrieben, also als Einzelwesen. Gott spricht von "meine Seele" ... "ich selbst" (Jes. 42,1). Er ist ein einzelnes "Selbst".

8 Der Begriff Unitarismus meint einfach den Glauben, dass Gott eine einzige göttliche Person ist. Mein Gebrauch dieses Begriffs sollte nicht mit dem heutigen Glauben der Unitarischen Universalisten verwechselt werden.

9 F.F. Bruce, The Gospel and Epistles of John, Eerdman, 1994, Seite 196.

10 Mark (Tyndale New Testament Commentaries), Eerdmans, 1983, Seite 199.

11 Diarmaid MacCulloch, The Reformation, Penguin, 2003, 184, 185.

 

Quelle: http://www.trinitaet.com/images/PDF/Buecher/Jesus-war-kein-Trinitarier.pdf

 

!!!1.Thessalonicher 5:21 prüfet aber alles.

Das Gute behaltet,!!!


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