Zwei Götter?


von Wolfgang Schneider

 

Diese Studie "Zwei Götter?" zum Thema Trinität wurde angeregt durch die Studie Two Gods? von J. Baixeras, und ist Teil einer Serie von Artikeln zu dem größeren Themenkomplex der sogenannten Trinitätslehre, um diese vor dem biblischen Hintergrund auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu untersuchen.

Seit Beginn des Judentums und später dann des Christentums ist der vielleicht bekannteste Aspekt und das charakteristische Element beider Religionen die Tatsache, das sie monotheistisch sind. Das Christentum ist ja in gewisser Weise aus dem Judentum hervorgegangen und stellt eine Art Fortsetzung dessen dar. Beide Religionen glauben an einen einzigen ungezeugten Gott, den Schöpfer des Universums. In beider Glauben gibt es keine anderen Götter.

Jesaja 44,6
So spricht der HERR, der König Israels, und sein Erlöser, der HERR Zebaoth: Ich bin der Erste, und ich bin der Letzte, und außer mir ist kein Gott.

Jesaja 45,5.6
Ich bin der HERR, und sonst keiner mehr, kein Gott ist außer mir. Ich habe dich gerüstet, obgleich du mich nicht kanntest,
damit man erfahre in Ost und West, daß außer mir nichts ist. Ich bin der HERR, und sonst keiner mehr,

 

Niemand wird gegenüber einem Juden oder Christen bestreiten wollen, daß es nur einen Gott gibt. Alles andere würde sofort als Polytheismus (Vielgötterei) abgetan. Allerdings ist es schon interessant, daß die Mehrheit der Christen zwar an einen einzigen Gott glaubt, dieser sich aber aus mehreren "Personen" zusammensetzt und nicht nur aus einer. In ihrer Vorstellung gibt es drei, die aber irgendwie dann doch nur einen Gott ausmachen. Es gibt bei ihnen: Gott, den Vater, Gott, den Sohn, und Gott, den Heiligen Geist.

In dieser Studie werde ich insbesondere auf dieses "trinitarische Christentum" eingehen, und dabei vor allem auf den Aspekt von "Gott, dem Sohn".

Alle wissen und glauben, daß "Gott, der Sohn" einen Vater hat (Gott, der Vater). Das würde bedeuten, daß Gott, der Sohn, also auch einen Gott hat, und nun stellt sich die Frage: Kann Gott, der Sohn überhaupt einen Gott haben? Jeder wird wohl dann schnell sagen: "Natürlich nicht!" Gott hat keinen Gott! Nur, gibt das wirklich eine Antwort auf diese Frage? Oder gibt es hier noch mehr zu beachten?

Wenn wir in der Bibel nachsehen, werden wir erkennen, daß Jesus einen Gott hatte! Sowohl aus Weissagungen des AT wie auch aus Jesu eigenen Worten geht hervor, daß er einen Gott hatte. Dies würde nun bedeuten, daß es in der Tat im Christentum zwei Götter und nicht nur einen Gott gibt! Das aber kann eigentlich aufgrund der oben aufgeführten Stellen aus Jesaja nun doch gar nicht sein! Der Fehler liegt also an einer anderen Stelle. Dieser Widerspruch entsteht nämlich nur dann, wenn man davon ausgeht, daß die Trinitätslehre bzgl. eines "dreieinigen" bzw. "dreifaltigen" Gottes korrekt ist! Nur dann, wenn es tatsächlich einen "Gott, den Sohn" gäbe, müßte es auch zumindest zwei Götter geben. Möglicherweise ist aber vielleicht diese Lehre inkorrekt und das Zeugnis der Bibel absolut wahr, wenn es davon spricht, daß Jesus einen Gott hatte?!

Hier nun will ich einige Stellen anführen, in denen festgestellt wird, daß Jesus einen Gott hat. Neben diesen Stellen sprechen natürlich auch all die vielen Stellen von einem Unterschied zwischen Gott und Jesus, die etwa sowohl Gott als den Vater und Jesus als unseren Herrn enthalten, oder die Stellen, in denen Gott zu Jesus redet oder umgekehrt Jesus zu Gott spricht. Die nachfolgenden Verse teilen uns mit, daß Jesus einen Gott hat.

 

Alttestamentliche Weissagungen über den Messias

Psalm 89,27.28
Er wird mich nennen: Du bist mein Vater, mein Gott und Hort, der mir hilft.
Und ich will ihn zum erstgeborenen Sohn machen, zum Höchsten unter den Königen auf Erden.

Micha 5,3
Er aber wird auftreten und weiden in der Kraft des HERRN und in der Macht des Namens des HERRN, seines Gottes. Und sie werden sicher wohnen; denn er wird zur selben Zeit herrlich werden, so weit die Welt ist.

Psalm 22,11
Auf dich bin ich geworfen von Mutterleib an, du bist mein Gott von meiner Mutter Schoß an.

Aus diesen Stellen wird deutlich, daß der verheißene Messias einen Gott haben würde, denn es ist die Rede von "mein Gott" und "seines Gottes".

 

Neues Testament

Hier nun einige Stellen, in denen Jesus spricht.

Johannes 20,17
... Geh aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.

Matthäus 27,46
Und um die neunte Stunde schrie Jesus laut: Eli, Eli, lama asabtani? Das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Offenbarung 3,12
Wer überwindet, den will ich machen zum Pfeiler in dem Tempel meines Gottes, und er soll nicht mehr hinausgehen, und ich will auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen des neuen Jerusalems, der Stadt meines Gottes, die vom Himmel herniederkommt von meinem Gott, und meinen Namen, den neuen.

Offenbarung 3,2
Werde wach und stärke das andre, das sterben will, denn ich habe deine Werke nicht als vollkommen befunden vor meinem Gott.

Hier einige Verse, in denen Paulus spricht.

Epheser 1,3
Gelobt sei Gott, der Vater
[wörtl. "der Gott und Vater"] unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus.

Epheser 1,17
daß der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und der Offenbarung, ihn zu erkennen.

2. Korinther 1,3
Gelobt sei Gott, der Vater
[wörtl. "der Gott und Vater"] unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes,

2. Korinther 11,31
Gott, der Vater
[wörtl. "der Gott und Vater"] des Herrn Jesus, der gelobt sei in Ewigkeit, weiß, daß ich nicht lüge.

Römer 15,6 (Elberfelder Bibel 1905)
auf daß ihr einmütig mit einem Munde den Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus verherrlichet.

 

Hier nun ein Vers, wo Petrus spricht:

1. Petrus 1,3 (Schlachter Bibel)
Gelobt sei der Gott und Vater unsres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten,

 

Hier noch ein Vers, wo Johannes spricht

Offenbarung 1,6 (Schlachter Bibel)
Ihm, der uns liebt und uns durch sein Blut von unsren Sünden gewaschen und uns zu einem Königreich gemacht hat, zu Priestern für seinen Gott und Vater: ihm gehört die Herrlichkeit und die Macht in alle Ewigkeit! Amen.

 

Aus den vorangehenden Versen geht eine Tatsache unwiderruflich hervor: Jesus Christus hat einen Gott! Jesus spricht von "mein Gott", sowohl Petrus, wie auch Paulus und Johannes erwähnen den Gott unseres Herrn Jesus Christus, "seinen Gott und Vater", usw. Sollten die Apostel sich geirrt haben? Oder handelt es sich bei diesen Aussagen um Druckfehler in unseren Bibeln? Wollen wir gewissen Theologen aus späteren Jahrhunderten mehr Vertrauen entgegen bringen als den Aposteln oder gar Jesus selbst? Es gibt keinen Zweifel: Jesus hatte einen Gott!

In der The New American Bible (einer Römisch Katholischen Bibelübersetzung) heißt es in einem Abschnitt über biblische Offenbarung:

"Es ist der gleiche Gott, der sich auf so reichliche und unterschiedliche Art und Weise auf jeder Seite der Schrift offenbart. Der Gott Abrahams und Moses und Davids ist auch der Gott Jesu von Nazareth." [eigene Übersetzung]

Wie man aus den obigen Versen ersehen kann, wußten die Apostel und andere zu Jesu Lebzeiten, daß Jesus einen Gott hatte. Bei all dem fragt man sich, warum wir nie eine Predigt oder einen Vortrag über den Gott unseres Herrn Jesus hören. Der Grund ist offenbar, daß Leute, die an die Trinität glauben, keine gute Erklärung für diese offensichtliche Tatsache haben. Man geht davon aus, daß Gott, der Sohn natürlich keinen Gott über sich haben kann, da es dann wirklich zwei Götter geben würde, und man aber doch an einem Gott festhalten will. In diesen Versen steht es aber schwarz auf weiß in der Schrift, daß Jesus einen Gott hatte. Wollen wir nun Menschenwort oder aber Gottes Wort als wahr akzeptieren?

Wenn Jesus einen Gott hatte, wie die Schrift dokumentiert, dann gibt es keine Möglichkeit, daß die Trinitätslehre wahr ist, ohne daß sie der grundlegendsten Lehre des Christentums widerspricht, nämlich daß es nur einen einzigen wahren Gott gibt! Das Zeugnis der Schrift ist wahr, die Trinitätslehre ist falsch.

Trinitarier sind de fakto Polytheisten, glauben also an mehrere Götter. Wenn Jesus Gott ist, und der Vater Gott ist, so ergibt dies bereits ZWEI GöTTER! Daß man nun hergeht, und behauptet diese zwei seien aber dennoch, und auf eine uns Menschen wohl verborgen bleibende Art und Weise, nur ein Gott, ändert nicht die Tatsachen! Wenn ich einen PKW habe und sage, dies sei ein Auto, und dann einen zweiten PKW nehme und sage, dieser sei auch ein Auto, so habe ich recht, wenn ich nun sage, dies seien zwei Autos! Diese zwei Autos werden aber nicht dadurch ein Auto, weil ich trotzig behaupte, der eine Pkw und der andere PKW seien "irgendwie" nur "ein Auto", oder?

 

Zuletzt soll Jesus Christus noch einmal zu Wort kommen, indem ich eine Aussage aus dem uns in Johannes 17 berichteten Gebet hier anführe.

Johannes 17,3
Das ist aber das ewige Leben, daß sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.

Jesus selbst behauptet hier, daß allein sein Vater wahrer Gott ist. Warum sich nun erdreisten und behaupten, auch Jesus sei wahrhaftig Gott? Seit wann weiß irgend jemand besser Bescheid als Jesus? Wir sollten uns lieber wohl ganz einfach Jesu Meinung hier anschließen und nicht ihn zu einem weiteren Gott machen, sondern es nun auch wirklich bei nur einem Gott belassen und wie Jesus den Vater als den alleinigen Gott anbeten und verehren!

 

Quelle:

http://www.bibelcenter.de/bibel/trinitaet/2goetter.php

 

www.bibel-aktuell.org


Kommentare

Hans-Werner
22.10.2017 22:44

Einfach wunderbar erklärt. Sehr sehr gut und danke.



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