Was ist der Unterschied zwischen „Herr“ und „HERR“?



Was ist der Unterschied zwischen HERR und Herr

What is the Difference Between "Lord," "lord" and "LORD"?
(Anthony Buzzard)

Die folgenden Informationen sind für ein klares Verständnis der Heiligen Schrift und die alles entscheidende Frage, wer GOTT ist und wer Jesus im Verhältnis zu GOTT ist, entscheidend wichtig. Der Gottesname JHWH (wahrscheinlich als "Jahwe" ausgesprochen) wird allgemein als Tetragramm bezeichnet. Als Umschreibung für den heiligen Gottesnamen wurde das hebräische Wort Adonai eingesetzt. Bibelübersetzer haben es sich in den meisten englischsprachigen (und deutschsprachigen) Bibeln zur Gewohnheit gemacht, diesen Namen mit „HERR", in Großbuchstaben geschrieben, zu übersetzen (fast 7.000 Mal kommt dieser Name im Alten Testament vor). Man hat dieses gemacht, um diesen Namen von Adoni zu unterscheiden, einem anderen hebräischen Wort, das auch mit „Herr" übersetzt wird (im Englischen ein großes „L", der Rest kleingeschrieben, „-ord") und meist für menschliche Herren gebraucht wird. Adonai bedeutet „GOTT der HERR", „der höchste HERR" und ist ein Synonym für den göttlichen Namen Jahwe (JHWH). Überall wo die beiden Namen im Alten Testament als zusammengesetzter Name für GOTT zusammenstehen, können sie mit „allerhöchster HERR", im Sinne von „GOTT der HERR", Adonai JHWH (gelegentlich JHWH Adonai) wiedergegeben werden.

Wie geschrieben steht, ist der Name Jahwe erstmals Mose bekannt gemacht worden. Er war Abraham und anderen, die vor Mose gelebt haben, noch nicht bekannt: „ICH bin Abraham, Isaak und Jakob erschienen als der allmächtige GOTT [El Shaddai]; aber nach meinem Namen «HERR» [JHWH] habe ICH mich ihnen nicht geoffenbart" (2. Mo 6,3 – nach Luther 1984)

Für diejenigen, die Griechisch lesen können, heißt es in der LXX (der Septuaginta, der um ca. 330 v.Chr. von Juden angefertigten Übersetzung der hebräischen Bibel in die griechische Sprache):

„Und ICH erschien Abraham, Isaak und Jakob als ihr GOTT, und meinen Name „HERR" habe ICH ihnen nicht offenbart"

Einige unserer Leser werden sich über den gleichen Vers in Hebräisch freuen:

Nun beachte man die lateinische Übersetzung, die Vulgata, und beobachte genau, was der Übersetzer Jerome über das Wort Adonai (der oberste Herr) im 4. Jahrhundert gewusst hat:
„Qui apparui Abraham Isaac et Iacob in Deo omnipotente et nomen meum Adonai non indicavi eis"

Die wichtigste Lektion, die wir uns hier merken sollten, ist, dass der Sohn GOTTES, Jesus, nicht Jahwe ist! Er ist Jahwes auf einzigartige Weise gezeugter, geschaffener Sohn, der durch ein Wunder in Maria in Existenz gebracht worden ist (Luk 1,35; Matth 1,18; 20. Beachte: „das in ihr Gezeugte"). GOTT ist in diesem Moment der Vater seines Sohnes Jesus geworden.

Paulus hat ziemlich zum Ende seines apostolischen Dienstes das wesentliche christliche Glaubensbekenntnis so zusammengefasst: „Denn es ist ein GOTT und ein Mittler zwischen GOTT und den Menschen, der Mensch Christus Jesus" (1. Tim 2,5). In allen Übersetzungen ist das richtig wiedergegeben worden. Dieser Vers sollte von allen Gläubigen gewissenhaft auswendig gelernt werden.

Der GOTT der hebräischen Bibel ist der gleiche GOTT wie der GOTT des Neuen Testaments. ER ist sowohl der GOTT Abrahams, Isaaks und Jakobs, wie auch der GOTT und Vater Jesu Christi:

„Denn es ist kein Unterschied zwischen Juden und Griechen: alle haben denselben HERRN, der reich ist für alle, die IHN anrufen" (Röm 10,12).

„GOTT ist der Gott der Juden und Heiden" (Röm 3,29).

Die Geschichte beginnt sehr spannend zu werden, wenn wir die Bibel als eine Art „Tatort" genauer unter die Lupe nehmen. Die Regeln der Großschreibung wurden weitgehend mit großer Übereinstimmung in den meisten englischsprachigen (auch in den deutschsprachigen) Übersetzungen für einen höchst wichtigen Vers, nämlich Psalm 110,1, übernommen, der weit häufiger im Neuen Testament zitiert worden ist, als jeder andere Vers und den Jesus zitiert hat, um alle Diskussionen zu einem Ende zu bringen (Matth 22,41-46). Wir stellen das Thema unter folgenden Titel:

Was sich hinter einem Vokal versteckt - Der Unterschied zwischen GOTT und Mensch.

Wir wollen jetzt auf das alles entscheidende Wort Adoni (ausgesprochen engl. „adonee") aufmerksam machen (es geht nicht um Adonai, GOTT den HERRN, sondern um „Herr", „Meister"). Professor Larry Hurtado, ein bekannter Autor eines Klassikers in Sachen Christologie, sagt Folgendes: „Es ist keine Frage, dass die Begriffe ADONAI und Adoni unterschiedlich benutzt werden. Der eine (ADONAI) ist ein ehrfürchtiger Weg, die Aussprache des Wortes Jahwe zu vermeiden, der andere (ADONI), ist die Verwendung des gleichen Wortes [das aber am Ende einen Vokal weniger hat] für nichtgöttliche (= Nicht-Gottheiten) Personen."1

Harte Fakten, die in Psalm 110,1 für den Titel Christi sprechen (Adoni, mein Herr und nicht Adonai, GOTT der HERR)

[Meine Erläuterungen für den Leser habe ich in eckige Klammern gestellt. Weitere finden Sie im Anhang unserer Broschüre „Wer ist Jesus?", kostenlos in verschiedenen Sprachen auf unserer Seite www.restorationfellowship.org herunterzuladen]

In Whittaker Revised Brown Driver Briggs (das Standard-Lexikon für das biblische Hebräisch, das von allen Gelehrten verwendet wird) finden wir unter dem Eintrag „Herr" die Wahrheit über Psalm 110, Vers 1, der der wichtigste Schlüsseltext des Neuen Testaments ist. Die Strong Konkordanz zeigt leider diese überaus wichtige Unterscheidung nicht.

[Psalm 110,1: "Der HERR (Jahwe) sprach zu meinem Herrn (Adoni) ..."; „mein Herr" ist nie ein göttlicher Titel]

Hier sehen wir den biblischen Sprachgebrauch des hochwichtigen Titels Adoni. Er hat folgende Bedeutungen:

Singular. Herr (engl. lord), Meister

Mit dem Suffix (der Wortendung) der 1. Person Singular [Adoni, mein Herr, Ps. 110,1 - 195 Mal im AT vorkommend] ist er

1. ein Hinweis auf einen Menschen: mein Herr, mein Meister

2. Meister

3. Ehemann

Das hebräische Adoni („mein Herr") in Psalm 110,1 wird in vielen Bibelübersetzungen fälschlicherweise mit Großbuchstaben geschrieben, nicht so in der RSV (der engl. Einheitsübersetzung), NRSV, NEB, JPS etc. Mit anderen Worten: Die meisten englischsprachigen Übersetzungen schreiben den zweiten Herrn in Psalm 110,1 auch mit einem großgeschriebenen „L". Dies verleitet den Leser dazu, zu glauben, dass der zweite Herr Adonai ist, was der Titel für den obersten HERRN und GOTT ist! In der Tat ist das Wort Adoni (engl. "adonee"), ein Titel, der sich in allen 195 Bibelstellen nie auf GOTT bezieht, sondern ist immer auf einen menschlichen Höheren, gelegentlich auch auf einen geschaffenen Engel bezogen ist.

Jesus, der Sohn, ist der höchste menschliche Herr, aber nicht GOTT.

Dieser Titel (Adoni, mein Herr - engl. „my lord") ist der messianische Titel par excellence für Jesus als Herr und Messias (Luk 2,11). Lukas nennt Jesus auch den Messias des HERRN (Jahwes Messias: Luk 2,26). Elisabeth ist von Maria besucht worden, der Mutter „meines Herrn" (Luk 1,43). Sie ist nicht von GOTT besucht worden, sondern von dem Messias und Herrn (Luk 2,11).

„Unser Herr (engl. „lord") David" (1. Kö 1,11 etc.) stellt das Modell für den schlussendlichen Davidstitel dar, der „unser/mein Herr Jesus Christus" ist (Viele Hundert Male ist das der richtige Titel für Jesus, den Messias und Herrn). Jesus ist der Herr, der König Messias. Er ist unser/mein Herr (engl. „lord") Jesus Christus.

Ein Professor des Dallas Theological Seminary hat sich freundlicherweise bereit erklärt, die verwirrende Falschinformation im Bible Knowledge Commentary zu korrigieren, die zu Unrecht den zweiten Herrn in Psalm 110,1 Adonai genannt hat. Das Wort dort ist Adoni.

Paula Frederiksen, Professorin für Religionswissenschaft an der Boston University, hatte irrtümlich und ungewollt geschrieben, dass der zweite Herr in Psalm 110,1 Adonai ist. Ich habe ihr vorgeschlagen, diesen Fehler zu korrigieren. Freundlich schrieb sie zurück: „Vielen Dank für den Hinweis auf den Fehler in meinem Verweis bezüglich Adonai in Ps. 110,1. Ich habe meinen Tanach [das hebräische AT] aufgeschlagen und Sie haben Recht - das Wort dort ist Adoni und nicht Adonai. Wir alle brauchen einander!

Die überragende Bedeutung von Psalm 110,1 ist auch von einem der heute führenden Christologen, Dr. James Dunn, festgestellt worden:

„Die Bestätigung der Herrschaft Jesu ist eine, die wir mindestens bis zu den Anfängen der christlichen Reflexion über die Auferstehung Christi zurückverfolgen können. Eine der Stellen der hebräischen Bibel, die für die ersten Gläubigen schnell einleuchtend war, ist Psalm 110,1. Die ersten Christen haben nun gewusst, wer „mein Herr" war, der von GOTT so angesprochen worden ist. Es konnte nur der Messias Jesus zu sein. Diesen Text hatte Paulus in mehreren seiner Schriften klar vor Augen."²

Dunn sagt zu 1. Kor 8,4-6: „Im direkten Gegensatz zu dem toleranten Pluralismus des Hellenismus, bekräftigte Paulus: 'Aber für uns gibt es einen Herrn, Jesus Christus.' Für Paulus war der auferstandene Christus ganz einfach nur „der Herr", und er war persönlich davon überzeugt, dass seine Herrschaft schließlich von allen anerkannt werden würde. Wie 1. Kor 8,5-6 selbst durchblicken lässt, war dieses nicht so sehr ein Ausdruck von Intoleranz, sondern der Glaube an die Einzigartigkeit Christi und eine logische Folge des entsprechend kompromisslosen jüdischen Monotheismus. Jesus ist der eine Herr, gerade so wie, und weil GOTT der eine GOTT ist." (S. 248)

James Dunn: „Sollen wir dann sagen, dass Jesus von den frühesten Tagen des hellenistischen Christentums an als GOTT bezeichnet wurde? Damit würden wir zu viel behaupten.

„1. Das Entstehen eines Bekenntnisses zu Jesus, bezogen auf die Gottheit, wurde weitgehend bereits sehr früh durch das Hervortreten von Ps 110,1 erleichtert (am deutlichsten in Mark 12,36; Apg 2,34; 1. Kor 15,25; Heb.1,13). ‚Der HERR sprach zu meinem Herrn ...‘ Seine Bedeutung liegt hier in der doppelten Benutzung des Wortes kurios [Herr]. Der eine ist klar Jahwe, aber wer ist der andere? [Beachte: Zwei Subjekte, zwei Individuen.] Natürlich nicht Jahwe, sondern ein erhabenes Wesen, das der Psalmist kurios [Herrn] nennt.

„2. Paulus nennt Jesus kurios, aber er scheint deutliche Vorbehalte gehabt zu haben, ihn „GOTT" zu nennen. (Röm 9,5 ist der einzige Vers innerhalb aller paulinischen Schriften, der eventuell solches sagt, aber auch dort ist der Text unklar). Ebenso vermeidet er, zu Jesus zu beten. Typischer ist seine Haltung, dass er zu GOTT betet durch Jesus (Röm 1,8; 7,25; 2. Kor 1,20; Kol 3,17). [Paulus sagt allerdings Jesus auch Dank (1. Tim 1,12)].

„3. ‚Jesus ist Herr‘ ist nur ein Teil eines umfassenderen Verständnisses von Paulus. Denn zu dem gleichen Zeitpunkt, an dem er Jesus als „Herrn" bekennt, bekennt er auch: „GOTT ist einer" (1. Kor 8,5-6; Eph 4,5-6). Hier zeigt sich das Christentum als eine entfaltete Form des Judentums, mit seinem monotheistischen Bekenntnis als einem der wichtigsten Teile seines jüdischen Erbes; denn im Judentum ist das grundlegendste Bekenntnis: ‚GOTT ist einer‘. ‚Es gibt nur einen Gott‘ (5. Mo 6,4). Deshalb auch Röm 3,30; Gal 3,20; 1. Tim. 2,5 (vgl. Jak 2,19). Innerhalb Israels und der Mission unter den Juden wäre eine solche Behauptung nicht nötig gewesen - Juden und Christen haben den Glauben an die Einheit GOTTES geteilt [und nicht den Glauben an eine Trinität!]. Aber in der Heidenmission ist diese jüdische Voraussetzung innerhalb des Christentums in den Vordergrund getreten, angesichts des weitverbreiteten Glaubens an ‚viele Götter‘. Der Punkt, den wir beachten müssen, ist, dass Paulus Jesus als Herrn preisen kann, aber eben nicht um ihn mit GOTT zu identifizieren, sondern, wenn überhaupt, um ihn von dem Einen GOTT zu unterscheiden (vgl. besonders 1. Kor 15,24-28). So konnte die Herrschaft Jesu auch in kosmischen Dimensionen ausgedrückt werden, ohne damit zu viele Probleme mit dem Monotheismus aufzuwerfen, denn die Weisheitssprache hielt eine fertige und angemessene Terminologie bereit (vor allem in 1. Kor 8,6; Kol 1,15-20; Hebr 1,3 ff.)" ³

Dunn weiter:
„Soweit wir jetzt sagen können, hat Jesus sich selbst als ein Bote der Weisheit gesehen - dieses Selbstverständnis spiegelt sich vor allem in Matth 11,25-27; Luk 7,31-35; 11,49-51 wieder. Das heißt, es gibt keinen Hinweis, dass Jesus von sich selbst als die präexistente Weisheit gedacht hat. Es gibt auch nichts in den Traditionen der Q [eine Evangelienquelle] und bei Markus, was andeuten würde, dass der Gedanke der Präexistenz vorhanden ist, weder bei Jesus noch bei Markus. Die Idee einer Präexistenz kam erst durch die Schlussfolgerung einer Identität Christi mit der Weisheit auf...

[In der nachbiblischen Zeit hat man die in dem Plan und der Absicht GOTTES vorhandenePräexistenz in eine buchstäbliche Präexistenz einer zweiten Person in der Gottheit verwandelt, was direkt gegen das Glaubensbekenntnis Jesu gerichtet ist, über das er volle Übereinstimmung mit dem jüdischen Schriftgelehrten gehabt hat. (Mark 12,29)]

„Nun, hier müssen wir uns noch einmal daran erinnern, dass innerhalb des Judentums die Weisheit nur eine Art und Weise des Sprechens über das Handeln GOTTES in Schöpfung, Offenbarung und Erlösung gewesen ist, ohne direkt von GOTT zu sprechen. Weisheit beschreibt, so wie der Name GOTTES, der Geist GOTTES, der Logos (das Wort) GOTTES, das immanente [bei uns Menschen gegenwärtige] Wirken GOTTES, ohne die völlig andere Transzendenz GOTTES zu schmälern. Für das vorchristliche Judentum war die Weisheit weder ein untergeordnetes himmlisches Wesen (eines aus dem himmlischen Rat) noch eine göttliche Hypostase [= Person] (wie in der späteren trinitarischen Vorstellung von GOTT). Eine solche Entwicklung wäre (und in diesem Fall ist es so) nicht akzeptabel für den strengen Monotheismus des Judentums [und den Monotheismus von Jesus!]. Die Weisheit ist in der Tat nicht mehr als die Personifikation der Immanenz GOTTES; sie muss nicht als eine eigenständige Person in der Gottheit verstanden werden, - nicht mehr, als das rabbinische Konzept oder die Rede von einer präexistenten Thorah."

„Die Wahrscheinlichkeit ist dann, dass Paulus bei der Anwendung der Weisheitssprache auf Christus faktisch sagt: Das, was ihr bisher der Weisheit [der Thorah oder dem Wort] zugesprochen habt, sehen wir voll zum Ausdruck gebracht und verkörpert in Christus; diese gleiche Kraft und Weisheit, die ihr in der kreativen, offenbarenden und erlösenden Absicht GOTTES offenbar werden saht, sehen wir nun endgültig und ausschließlich in Jesus Christus, unserem Herrn, manifestiert. [Anmerkung im Zusammenhang mit der „charismatischen" Debatte: Kritiker sind von einigen „Charismen" zu Recht unbeeindruckt, wenn sie gebeten werden, zu glauben, dass Jesus Christus gegenwärtig ist, wenn nur „die Kraft" und nicht auch Weisheit und offenbarte Wahrheit vorhanden sind!] ... Dies ist der Grund, warum Paulus nie das Wort Jesus allein für den einen Präexistenten verwendet hat. Jesus selbst ist nicht präexistent gewesen, er war der Mann, der aus der präexistenten Weisheit geworden ist." (S. 221).

„Paulus versteht den auferstandenen Christus jedoch nicht als das Objekt der Anbetung. Er ist das Thema der Anbetung ... Schon der Titel „Herr" ist ein Weg, um zwischen Jesus und GOTT zu unterscheiden und nicht, um ihn mit GOTT zu identifizieren (Röm 15,6; 1. Kor 8 ,6; 15,24-28; 2. Kor 1,3, 11, 31; Eph 1,3, 17; Phil 2,11; Kol 1,3). Paulus war und blieb ein Monotheist." (S. 226). [Jesus und Paulus sind unitarische und keine trinitarischen Monotheisten gewesen.]

Professor Biggs: „Die Apostel identifizierten Jesus nicht mit Jahwe. Psalm 110,1 verhindert dieses." (Professor für Kirchengeschichte in Oxford). 4

„Echad bedeutet Einer und nicht Zwei ... Die Worte des Shema setzen als selbstverständlich voraus, dass Jahwe einzigartig ist, dass ER der einzige GOTT ist. (Pred 4,8)" (Prof. A.F. Knight, In Expository Times).

Hat Jesus uns nicht geboten, diesen Glauben als Grundlage eines gehorsamen Glaubens anzunehmen? Jesus ist kein Trinitarier gewesen, warum also willst du einer sein?

„Von Justin dem Märtyrer bis zum Konzil von Nicäa haben die Christen ihre Interpretationen in der Regel in Übereinstimmung mit den Mustern übernommen, die sich in der früheren Periode etabliert hatten. Sie gingen über die Schriften aus der neutestamentlichen Zeit hinaus, vor allem in zweierlei Hinsicht: Indem sie den gesamten Psalm auf Jesus bezogen und in Bezug auf seine Göttlichkeit [Gottheit] eindeutig nur auf der Grundlage des ersten und dritten Verses argumentierten." (Dr. Hay, früher Prof. an der Princeton, Glory at the Right Hand: Psalm 110 in Early Christian Interpretation, S. 51)… [Es war aber richtig, den ganzen Psalm auf Jesus anwenden, da dies auch das Neue Testament tut]

Professor Bateman vom Dallas Theological Seminary behauptete in seinem Artikel zu „Psalm 110,1 im Neuen Testament" (Bibliotheca Sacra, Okt. 1992), dass der Psalm 110,1 sich nicht wirklich auf Jesus beziehen könnte, wenn (was Bateman glaubt) Jesus = GOTT ist und Adoni („mein Herr" („lord"), nicht „HERR" („Lord")) nicht GOTT bedeutet. Bateman sagt: „Diese Form ‚zu meinem Herrn‘ (‚lord‘) - wird an keiner anderer Stelle im Alten Testament als eine göttliche Referenz verwendet." Er führt ein starkes Argument für seine Position an, das besagt, dass das Wort Adoni (es kommt 168 Mal vor, sagt er; tatsächlich finden wir es 195 Mal) in 94% der Fälle an irdische Herren (lords) gerichtet ist. Die restlichen 6% sind die Fälle, „wo Josua, Gideon, Daniel, Sacharia ein engelhaftes Wesen als mein Herr (lord) ansprachen." 5

Ich stelle Folgendes fest:
Der Text in Psalm 110,1 ist absolut eindeutig überliefert. Es gibt keine variierenden Handschriften. L'Adoni bedeutet „zu meinem Herrn" („to my lord").

Es wird im Alten Testament 195 Mal von Adoni („mein Herr" („my lord")) gesprochen. Dazu gehören: „Mein Herr" („my lord") (162 Mal), „gegen meinen Herrn" („against my lord") (2 Mal), „und mein Herr („and my lord") (6 Mal), „von meinem Herrn („fromm y lord") (1 Mal) und „zu meinem Herrn („to my lord") (24 Mal) . Insgesamt: 195 Mal.

L'Adoni, „zu meinem Herrn" („lord") kommt 24 Mal vor. Wir finden diese Stellen in 1. Mose; 2. Samuel, 1. Könige, 1. Chronik und den Psalmen (110,1). Richtigerweise wird in allen diesen Fällen L'Adoni in unseren Bibeln mit einem kleingeschrieben „lord" übersetzt. [Anmerkung des Übersetzers: In unserer deutschen Sprache kennen wir diese dritte Schreibvariante nicht. In englischsprachigen Bibeln findet man „LORD", „Lord" (womit GOTT gemeint ist) und „lord" für menschliche Herren]

"An meinem Herrn („to my lord") Abraham" (l'Adoni) (1. Mo 24,12)

"Meinem Herrn Esau" („my lord") (l'Adoni) (1. Mo 32,5)

"Mein Herr („my lord") (Joseph) (l'Adoni) (1. Mo 44,5)

David über Saul: „mein Herr (lord) [l'Adoni], der Gesalbte des HERRN (LORD)." (1. Sam 24,7)

Abigail sagt zu David: „mein Herr (lord) [l'Adoni] kämpft die Kämpfe des HERRN (LORD) Schlachten" (1. Sam 25,28)

Abigail sagt zu David: „Sicher wird der HERR (LORD) meinem Herrn (lord) [l'Adoni] ein beständiges Haus bauen" (1. Sam 25,28)

Abigail sagt zu David: „wenn der HERR (LORD) meinem Herrn (lord) [l'Adoni] all das Gute tun wird" (1. Sam 25,30)

Joab sagt: Der HERR (LORD), dein GOTT, mag zu dem Volk, so viele sie auch sein mögen, noch hundertmal mehr hinzufügen … Aber mein Herr und König (lord) [l'Adoni, David]! Warum denn hat er Gefallen an einer solchen Sache? (2. Sam 24,3)

David sagt: „Der HERR (LORD) sprach zu meinem Herrn (lord) [l'Adoni]" (Psalm 110,1 - GOTT spricht zu dem Messias).

Der Ausdruck l'Adoni („zu meinem Herrn" („lord")) wird dem einen HERRN JHWH/Kurios sowohl in der hebräischen Bibel als auch in der griechischen Septuaginta-Übersetzung aus dem 3. Jhdt. v. Chr. gegenübergestellt.

Weil l'Adoni im Griechischen als kurio mou („zu meinem Herrn" („lord") wiedergegeben wird, haben wir die klarste Bestätigung, dass die Vokale in unserem masoretischen Text richtig gesetzt worden sind. (Die Vokale wurden um 600 n.Chr. der hebräischen Schrift hinzugefügt.). Mit anderen Worten: Sowohl in der LXX (die Septuaginta, die griechische Übersetzung des Alten Testaments) als auch in den Schriften des Neuen Testaments wird l'Adoni aus Psalm 110,1 als kurio mou, „zu meinem Herrn" („lord"), übersetzt.

Somit haben wir das Zeugnis aus der Zeit vor Christus und aus den inspirierten Schriften des Neuen Testaments, dass die Vokale für adoni nicht verändert worden sind. Es gibt keinerlei Grund, die Genauigkeit der Bibel in diesem Punkt infrage zu stellen. Es ist absolut unmöglich, dass Psalm 110,1 jemals in der Form gelesen worden ist: „Der HERR (Jahwe) sprach zu Adonai (GOTT der HERR; engl. „the Lord God")"! Kurios mou im Griechischen entspricht unserem „mein Herr" („my lord"), zudem ist adoni nie ein Titel einer Gottheit.

Psalm 110,1 ist der wichtigste christologische Schlüssel zum Neuen Testament. Die ursprüngliche Bedeutung von „Herr" („lord") wurde entweder von den Auslegern ignoriert (darunter auch von Dr. Bauckham, der glaubt, dass das Shema zwischen GOTT und Jesus aufgeteilt wurde) oder in vielen engl. Übersetzungen fehlerhaft wiedergegeben, indem der erste Buchstabe des zweiten Herrn großgeschrieben wurde (also „Lord" anstatt „lord"), was entsprechend dieser Übersetzungspraxis den Leser in die Irre führt, weil es suggeriert, dass das Wort hier Adonai (GOTT der HERR) wäre, was aber nicht der Fall ist.

Die Übersetzer der NASB (Ausgabe 1996) verfälschen in einer Fußnote zu Apg 2,34 die Fakten des hebräischen Texts und behaupten, dass das hebräische Wort für „zu meinen Herrn" („to my lord") Adonai wäre. Adonai ist in allen 449 Stellen der Bibel das Wort für GOTT den HERRN. Das zweite Wort „Herr" in Psalm 110,1 ist, wie wir wissen, nicht Adonai sondern Adoni, es ist einfach eine Unterscheidung zwischen GOTT und Mensch!

Ich schrieb an „den Dekan" der evangelikalen Theologen, Dr. Howard Marshall:
„Professor Marshall, darf ich einen Kommentar zu Ihrer interessanten Diskussion über das höchst wichtige christologische Zeugnis aus Psalm 110,1 anbringen? Auf Seite 204 ihres Buches Jesus the Savior heben Sie den entscheidenden Unterschied zwischen Adonai, den göttlichen Titel und Adoni, den ausschließlich Menschen zugesprochene Titel (195 Mal vorkommend), hervor. Sie sagen, dass die Verwirrung zwischen den zwei Herren in den gedruckten Ausgaben des Alten Testaments vermieden wird, die beide Male das Wort „Herr" verwenden und den ersten Herrn in Großbuchstaben schreiben, also „HERR" („LORD") für Jahwe." 6

„Das Problem ist, dass in den meisten englischsprachigen Bibelübersetzungen (nicht in der RV, RSV und der NRSV) der Anfangsbuchstabe des zweiten Herrn großgeschrieben ist („Lord"). Diese Schreibweise mit dem Großbuchstaben bezieht sich in jedem anderen Fall auf den hebräischen göttlichen Titel Adonai. Dies hinterlässt bei dem Leser den falschen Eindruck, dass in Psalm 110,1 der zweite Herr Adonai und nicht Adoni ist, so wie es im Original richtig geschrieben steht. Deshalb wird in vielen Auslegungen, Kommentaren und einigen Büchern (auch in Kommentaren wie dem Dallas Seminary Commentary) ernsthaft behauptet, dass der Messias in Psalm 110,1 als Adonai definiert ist, - und das sei der Beweis für seine Gottheit. Die hier vorgetragenen Fakten aus dem Psalm zeigen uns den Messias jedoch in einer herausgehobenen menschlichen, königlich-messianischen Kategorie. In diesem Sinne erkennt das Neue Testament Jesus als den Herrn an (vgl. Luk 2,11) und Maria als „die Mutter meines Herrn" („lord") (Luk 1,43)."

„Wäre es fair, noch hinzuzufügen, dass in den Septuagintaausgaben der Unterschied deutlich herausgestellt wird, indem dort l'Adonai („zu GOTT dem HERRN" („to the Lord God") mit to kurio übersetzt wird, während l'Adoni („zu meinem Herrn" („to my lord")) im Griechischen als kurio mou („zu meinem Herrn" („to my lord")) rüberkommt? Ich glaube, dass dieser Psalm und die sorgfältige Unterscheidung, die er aufzeigt, jetzt die Aufmerksamkeit zu erlangen scheint, die er verdient."

Sehr freundlich hat Dr. Marshall geantwortet:
„Lieber Anthony, ich bin einverstanden mit dem, was du zu Psalm 110,1 gesagt hast. Die LXX ist korrekt übersetzt ... Die Verwendung des Psalms lässt nicht erkennen, dass Jesus als Adonai identifiziert wird." - Dr. Howard Marshall

Psalm 110,1 ist das Rückgrat der neutestamentlichen Offenbarung über GOTT und Seinen Messias, Jesus. Es ist das neutestamentliche Griechisch, das den hebräischen Text des Alten Testaments bestätigt und unterstützt.

„Spruch Jahwes an Adoni" („an meinen Herrn" und nicht „an den HERRN" („to my lord" nicht „to the Lord"))! Als man dieses in der vorchristlichen Zeit ins Griechische übersetzt hat, ist daraus der Spruch des Kurios (JHWH) an meinen Herrn (adoni) geworden. Das Neue Testament folgt hier der Septuaginta und bestätigt die Juden. Es gibt einen riesigen Bedeutungsunterschied zwischen GOTT dem HERRN und adoni, „meinem Herrn". Mein Herr ist der Messias, nicht GOTT.

Es ist eine weltweite theologische Katastrophe, dass die einzigartige, unvergleichliche Stellung des GOTTES der Bibel, des GOTTES Abrahams, Isaaks und Jakobs und des GOTTES Jesu, und damit auch des GOTTES der Christen so durcheinander gebracht wird. Es ist sehr verhängnisvoll, wenn man behauptet, dass GOTT zu GOTT gesprochen hat! Dieses weist unmittelbar auf zwei Götter, auf zwei Jahwes, hin. Das ist kein Monotheismus mehr und wird von einem Ende der Schrift bis zum andern verurteilt.

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1 Private Korrespondenz, 24. Juni 2000.
2 Die Theologie des Paulus, Eerdmans, 1998, S. 246.
3 Einheit und Vielfalt im Neuen Testament, SCM Press, 1990, S. 53, seine Hervorhebung.
4 International Critical Commentary, 1 Petr., 1910, S. 99.
5 Barry Davis, "Ist Psalm 110, 1 ein messianischer Psalm?" (Bibliotheca Sacra, April-Juni, 2000).
6 Howard Marshall: Jesus, the Savior: Studies in New Testament Theology (SPCK Publishing)

Quelle: http://www.trinitaet.com/literatur/buzzard/alle-a-buzzard/174-unterschied-herr

 

!!!1.Thessalonicher 5:21 prüfet aber alles.

Das Gute behaltet,!!!


!!!1.Thessalonicher 5:21 prüfet aber alles. Das Gute behaltet,!!!


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