Johannes 10,17-18


von Wolfgang Schneider

 

Diese Studie zu dem Abschnitt in Johannes 10,17-18 wurde angeregt durch die Studie John 10:17-18 von J. Baixeras, und ist Teil einer Serie von Artikeln zu dem größeren Themenkomplex der sogenannten Trinitätslehre, um diese vor dem biblischen Hintergrund auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu untersuchen.

Johannes 10,17-18
Darum liebt mich mein Vater, weil ich mein Leben lasse, daß ich's wiedernehme.
Niemand nimmt es von mir, sondern ich selber lasse es. Ich habe Macht, es zu lassen, und habe Macht, es wieder zu nehmen. Dies Gebot habe ich empfangen von meinem Vater.

Manchmal werden auch diese Verse herangezogen, um die Trinitätslehre zu "beweisen". Dabei wird als Argument angeführt, daß Jesus sagt, er würde sich selbst auferwecken, und dies wird in Verbindung gebracht mit anderen Versen, die davon reden, daß Gott ihn auferwecken hat, und so wird dann logisch gefolgert, Jesus müsse demnach Gott sein.

Dieses Argument ist jedoch unhaltbar, und schon der gesunde Menschenverstand widerlegt eine solche Argumentation. Die Bibel lehrt deutlich, daß Jesus starb. Er starb, nicht nur ein Teil von ihm, sondern er, Jesus, starb und war demnach tot. Die aus der Philosophie Platos übernommene Idee, daß nur "die menschliche Seite" (nur ein Wesen, eine Natur) starb, ist wirklich nichts weiter als griechische Philosophie, aber nicht Wahrheit. Wen man solchen Lehren glaubt, müßte man logisch eigentlich dann sagen, daß Jesus nicht wirklich ganz tot war bzw. gar nicht wirklich gestorben ist.

Auch würde das Argument, Jesus habe sich selbst von den Toten auferweckt, eigentlich bedeuten, daß irgendein Teil Jesu noch soweit am Leben gewesen sein muß, daß es den andern Teil zum Leben auferwecken konnte. Das würde dann dazu führen, daß das Wort Gottes inkorrekt sein muß, wenn es davon spricht, daß Jesus gestorben sei. Solche Argumentation ist jedoch unpassend und geht von einer falschen Basis aus. es ist völlig klar, daß Jesus starb und daß die Bibel nicht irrt. Wenn Jesus der allmächtige Gott ist, dazu noch gilt, daß Gott unsterblich ist, wie könnte man dann Gott töten?

Selbst von einer trinitarischen Perspektive betrachtet, kann eine solche Lehre nicht korrekt sein. In der Trinitätslehre haben die drei unterschiedlichen Personen ihre jeweils festgelegten Rollen und Aufgaben. Der Vater (und nicht der Sohn) ist derjenige, der Jesus von den Toten auferweckt hat. Kein Trinitarier würde sagen, daß der Sohn den Sohn auferweckt hat, genauso wenig wie sie sagen würden, daß der Vater am Kreuz starb. Die Idee, daß Jesus sich selbst auferweckte, ist eigentlich anti-trinitarisch.

 

Wovon aber spricht dann nun dieser Vers?

Zuerst folgt eine Anmerkung zu dem Wort "Macht", es wurde übersetzt von dem griechischen Wort "exousia". Es kommt über 100 mal vor, und in einer großen Anzahl von Versen bedeutet es soviel wie "Vollmacht" bzw. "Autorität", oder auch "Recht" oder "Anrecht". "Macht" ist im griechischen Text nicht das normale Wort *dunamis* für Kraft oder Stärke.

In einigen andern Stellen wurde dieses Wort *exousia* auch mit Vollmacht übersetzt.

Markus 1,22
Und sie entsetzten sich über seine Lehre; denn er lehrte mit Vollmacht und nicht wie die Schriftgelehrten.

Matthäus 21,23
Und als er in den Tempel kam und lehrte, traten die Hohepriester und die ältesten des Volkes zu ihm und fragten: Aus welcher Vollmacht tust du das, und wer hat dir diese Vollmacht gegeben?

In Johannes 10,17-18 geht es offensichtlich nicht darum, daß Jesus wegen seines Gehorsams gegenüber Gott, die physische Kraft oder Fertigkeit erhielt, sich von den Toten zu ewigem Leben aufzuerwecken, sondern eher darum, daß er das Recht darauf hat, das Privileg bzw. die Vollmacht.

 

Eine weitere interessante Stelle zu *exousia* ist in Johannes 1,12.

Johannes 1,12
Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht
[*exousia* – das Recht, Privileg, Vollmacht], Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben,

Die an Christus glauben, werden nicht aus sich selbst und ihrer eigenen Kraft nun zu Gottes Kindern, sie haben aber das Recht, das Privileg, Gottes Kinder zu werden.

 

Wer nun Jesus tatsächlich von den Toten auferweckt hat, bleibt kein Geheimnis in der Bibel. Immer wieder können wir lesen, daß Gott Jesus von den Toten auferweckt hat.

Apostelgeschichte 2,22-24
Ihr Männer von Israel, hört diese Worte: Jesus von Nazareth, von Gott unter euch ausgewiesen durch Taten und Wunder und Zeichen, die Gott durch ihn in eurer Mitte getan hat, wie ihr selbst wißt -
diesen Mann, der durch Gottes Ratschluß und Vorsehung dahin gegeben war, habt ihr durch die Hand der Heiden ans Kreuz geschlagen und umgebracht.
Den hat Gott auferweckt und hat aufgelöst die Schmerzen des Todes, wie es denn unmöglich war, daß er vom Tode festgehalten werden konnte.

"Den hat Gott auferweckt …" Es könnte kaum klarer sein! Die nächsten Verse zeigen diese Wahrheit noch weiter auf.

Apostelgeschichte 2,25-28
Denn David spricht von ihm: »Ich habe den Herrn allezeit vor Augen, denn er steht mir zur Rechten, damit ich nicht wanke.
Darum ist mein Herz fröhlich, und meine Zunge frohlockt; auch mein Leib wird ruhen in Hoffnung.
Denn du wirst mich nicht dem Tod überlassen und nicht zugeben, daß dein Heiliger die Verwesung sehe.
Du hast mir kundgetan die Wege des Lebens; du wirst mich erfüllen mit Freude vor deinem Angesicht.«

David wird hier zitiert, und es besteht kein Zweifel, daß er von Gott redet, und daß Gott seinen Heiligen, den Messias, nicht die Verwesung schauen lassen würde.

Apostelgeschichte 2,30-32
Da er nun ein Prophet war und wußte, daß ihm Gott verheißen hatte mit einem Eid, daß ein Nachkomme von ihm auf seinem Thron sitzen sollte,
hat er's vorausgesehen und von der Auferstehung des Christus gesagt: Er ist nicht dem Tod überlassen, und sein Leib hat die Verwesung nicht gesehen.
Diesen Jesus hat Gott auferweckt; dessen sind wir alle Zeugen.

Petrus ist klar und unmißverständlich in seiner Aussage darüber, wer Jesus auferweckt hat: Gott hat diesen Jesus auferweckt! Kein Wort davon, daß sich Jesus selbst auferweckt hätte.

Apostelgeschichte 10,40
Den
[den Menschen Jesus] hat Gott auferweckt am dritten Tag und hat ihn erscheinen lassen,

Neben den hier angeführten Versen gibt es noch eine Anzahl weiterer Schriftstellen, in denen diese Wahrheit ebenfalls vermittelt wird, vgl. etwa Apostelgeschichte 3,15; Epheser 1,19-21; Hebräer 13,20; Apostelgeschichte 13,30-37; Apostelgeschichte 17,31; Römer 6,4; 2. Korinther 4,14; Galater 1,1;

Bzgl. Johannes 10,17-18 ist noch eine weitere Sache festzuhalten:

Johannes 10,18
Niemand nimmt es von mir, sondern ich selber lasse es. Ich habe Macht, es zu lassen, und habe Macht, es wieder zu nehmen. Dies Gebot habe ich empfangen von meinem Vater.

Man beachte: "Dies Gebot habe ich empfangen von meinem Vater." Erneut wird deutlich, daß Gott, der Vater, und Jesus Christus nicht auf der gleichen Ebene stehen, sondern einer dem andern Gebote erteilt! Allein damit zerbricht eigentlich direkt im Kontext der Verse, die als "Beweis" herangezogen werden, die Trinitätslehre von allmächtigen, gleichen Vater, Sohn und Heiliger Geist Theorien.

 

Auch aus einer anderen Stelle wird ersichtlich, daß Jesus nicht davon sprach, sich selbst von den Toten zu erwecken.

Markus 14,58
Wir haben gehört, daß er gesagt hat: Ich will diesen Tempel, der mit Händen gemacht ist, abbrechen und in drei Tagen einen andern bauen, der nicht mit Händen gemacht ist.

Manchmal wird auch diese Stelle herangezogen, um darauf hinzuweisen, daß Jesus sich selbst auferwecken würde ("in drei Tagen einen andern bauen"). Nur, wenn dem so wäre, dann hätte sich Jesus andererseits auch selbst umgebracht ("ich will diesen Tempel … abbrechen"). Sollte Jesus also ein Selbstmörder gewesen sein? Solches ist absurd, wie sicherlich jedermann schnell anerkennt. Bleibt nun noch, in gleicher Weise anzuerkennen, daß Jesus sich auch nicht selbst von den Toten auferweckte. Die gleiche Regel muß für beide Seiten gelten.

 

Schlußfolgerung

Es ist eindeutig klar, wer Jesus von den Toten auferweckte. Zum Abschluß dieser kleinen Studie seien dazu nochmals zwei Verse erwähnt, die uns weitere aufschlußreiche Informationen dazu mitteilen.

Apostelgeschichte 3,13
Der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs, der Gott unsrer Väter, hat seinen Knecht Jesus verherrlicht, den ihr überantwortet und verleugnet habt vor Pilatus, als der ihn loslassen wollte.

Wer hat seinen Knecht verherrlicht? Der Gott Abrahams, Jakobs, der Gott unserer Väter. Sollte Jesus etwa gleichzeitig zu Knecht auch "der Gott unserer Väter" gewesen sein? Natürlich nicht! Jesus wird hier erwähnt, und es wird verkündet, daß er Gottes Knecht ist!

Apostelgeschichte 5,30
Der Gott unsrer Väter hat Jesus auferweckt, den ihr an das Holz gehängt und getötet habt.

Nun, wer hat Jesus von den Toten auferweckt? Jesus sich selbst? — Nein! "Der Gott unserer Väter"? — Ja!

 

Quelle:

http://www.bibelcenter.de/bibel/trinitaet/joh10_17.php

 

www.bibel-aktuell.org

 

!!!1.Thessalonicher 5:21 prüfet aber alles. Das Gute behaltet,!!!


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