Jesus ist der verheißene Messias


von Wolfgang Schneider

 

Diese Studie zum Thema "Jesus ist der verheißene Messias" wurde angeregt durch die Studie Understanding "Messiah" von J. Baixeras, und ist Teil einer Serie von Artikeln zu dem größeren Themenkomplex der sogenannten Trinitätslehre, um diese vor dem biblischen Hintergrund auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu untersuchen.

Um besser zu verstehen, wer Jesus eigentlich ist, müssen wir auch verstehen, was es bedeutet, "gesalbt" zu sein. Immerhin, das ist ja, was das Wort "Christus" bedeutet: "Gesalbter". Christos ist das griechische Wort für das hebräische Wort, von dem "Messias" abgeleitet wird, und es bedeutet "Gesalbter".

 

Messias

Viele sind wohl eher vertraut mit der griechischen Übersetzung des hebräischen Wortes "Messias", mit christos, was dann als "Christus" ins Deutsche übertragen wurde. Manche meinen, dieser Titel habe fast die Funktion eines Nachnamens in "Jesus Christus". "Christus" ist jedoch nicht etwa ein Name, sondern vielmehr ein Titel. Jesus Christus bedeutet "Jesus, der Gesalbte" bzw. Jesus, der Messias". Wenn wir uns als Christen bezeichnen, so meinen wir eigentlich damit, daß wir Jünger oder Nachfolger des Messias sind.

Die Bedeutung des Wortes "Messias" ist heute in vielen Kreisen nur wenig oder fast gar nicht bekannt.

In der The Zondervan Pictorial Encyclopedia of the Bible (einer Englisch sprachigen Enzyklopädie) findet sich folgende Information zum Stichwort "Messias":

Messias - hebräisches Wort, das jemanden bezeichnet, der gesalbt worden ist. Der gesalbte Agent Jahwes. Die Könige Israels wurden im Namen Gottes mit Öl gesalbt, was symbolisch auf ihre Salbung mit dem Geist Gottes hinwies. Der Begriff Messias wurde dann später benutzt, um auf einen zukünftigen König hinzuweisen, einen königlichen Führer aus dem Hause Davids, der das Reich über Israel wieder aufrichten würde. Ein König, der alles wieder neu machen würde, der als Jahwes Vizeregent in Israel eingesetzt sein würde. Dieser Sohn Davids, den das jüdische Volk erwartete, war der Messias schlechthin, ein Begriff, der ins Griechische als "Christos" übertragen wurde (New American Bible & The Zondervan Pictorial Encyclopedia of the Bible (ZEB), vol.2, pg. 344). [eigene übersetzung des Artikels]

Daß der Messias ein König sein würde, ist eine all bekannte Tatsache für einen jeden, der die Bibel ein wenig intensiver studiert hat. Da es Brauch war, die Könige zu salben, wurde ein Begriff wie etwa "der Gesalbte des HERRN" ein Synonym für "König". Dies ist aus vielen Versen ersichtlich. In der Inschrift am Kreuz konnte man als Aufschrift lesen: "Der König der Juden" (vgl. Markus 15,26).

 

Einige weitere Verse seien noch angeführt:

Markus 15,32
Ist er der Christus, der König von Israel, so steige er nun vom Kreuz …

Johannes 1,41.49
Der findet zuerst seinen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden, das heißt übersetzt: der Gesalbte.
Nathanael antwortete ihm: Rabbi, du bist Gottes Sohn, du bist der König von Israel!

Lukas 19,38
und sprachen: Gelobt sei, der da kommt [Jesus], der König, in dem Namen des Herrn! …

Einige weitere Verse zum Nachschlagen sind: Jeremia 23,5, Daniel 7,13, Psalms 2,6, Sacharja 9,9, Apostelgeschichte 17,7, 2. Timotheus 4,1.

 

Die Zondervan Pictoral Encyclopedia of the Bible Bd. 4, S.200 führt an:

Wenn Gottes Absicht nicht vereitelt werden soll, so ist der wahre Messias = König als Gottes authentischer Diener die einzige Antwort. In hebr. Kategorien konzentriert sich die Lösung auf eine Person und nicht eine abstrakte Lehre oder ein ideales System. Es kann kein messianisches Reich geben ohne den von Gott gesalbten König. [eigene Übersetzung]

Wir können ersehen, daß der Messias ein tatsächlicher König Israels ist, der ideale König Israels. Er ist ein Mensch, von Gott mit Geist gesalbt. Der Messias ist in der Lage, mächtige Taten und Zeichen zu vollbringen, weil Gott ihn mit seinem Geist gesalbt hat, nicht weil er selbst etwa Gott ist. Gott wirkt in oder durch Jesus. Die nachfolgenden Verse erläutern diese Wahrheit.

Apostelgeschichte 10,38
wie Gott Jesus von Nazareth gesalbt hat mit heiligem Geist und Kraft; der ist umhergezogen und hat Gutes getan und alle gesund gemacht, die in der Gewalt des Teufels waren, denn Gott war mit ihm.

Apostelgeschichte 2,22
Ihr Männer von Israel, hört diese Worte: Jesus von Nazareth, von Gott unter euch ausgewiesen durch Taten und Wunder und Zeichen, die Gott durch ihn in eurer Mitte getan hat, wie ihr selbst wißt.

Apostelgeschichte 17,31
Denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er den Erdkreis richten will mit Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und hat jedermann den Glauben angeboten, indem er ihn von den Toten auferweckt hat.

 

All die messianischen Weissagungen im Alten Testament sprechen von einem Menschen, der mit Gottes Geist gesalbt sein wird. Nicht eine Weissagung erwähnt, daß der Messias Gott sein wird.

Die Zondervan Pictorial Encyclopedia of the Bible Bd.4, S.201 berichtet bzgl. des Messias:

Zu allen Zeiten aber wird er handeln in der Kraft und unter der Leitung des Gottes Israels. [eigene Übersetzung]

Die Juden heute warten ja noch immer darauf, daß der Messias kommt (weil sie Jesus nicht als den Messias erkannten). Wenn man einen Rabbiner danach fragt, wer der Messias sein soll, so wird man erfahren, daß er (so wie viele Quellen es bestätigen) ein Mensch, von Gott mit Geist gesalbt, sein wird. Wir müssen uns daran erinnern, daß der Messias der ideale gesalbte König Israels ist, der in dem kommenden Reich Gottes, dem messianischen Reich herrschen wird. Das Durcheinander mag darin begründet sein, daß Gott nicht als Jesus kam, sondern in Jesus.

Das Konzept und die Vorgaben bzgl. des Messias widersprechen eindeutig der Trinitätslehre. In dieser Studie stehen nicht die Verse im Vordergrund, die oft von Leuten bei ihren Versuchen benutzt werden, die Trinität zu beweisen. Diese sind Teil einer anderen Studie, in der die Entwicklung der Trinitätslehre vorrangig behandelt wird.

Ein jüdisches Konzept, das von großer Bedeutung ist für ein rechtes Verständnis Jesu, ist das Konzept der "Vermittlung". Es ist wichtig, daß wir uns bemühen, dieses Konzept besser zu verstehen.

 

Vermittlung

Für viele von uns heute mag dieses Konzept der Vermittlung ein wenig fremd sein, weil wir nicht unbedingt damit vertraut sind. Für einen Juden damals war daran nichts ungewöhnlich. Auch wir heute haben bestimmte Redensarten und Konzepte, die für jemand anderen unverständlich und womöglich gar absurd und verwirrend sein mögen. Wenn jemand mit diesen Dingen nicht vertraut ist, erscheinen diese Ideen fremd.

Vermittlung können wir vielleicht am besten verstehen, wenn wir an eine Art von Botschafter denken. Gott ist nie von jemandem gesehen worden. Sein Wort (sein Wille) ist vielen Menschen bekannt geworden, aber persönlich hat ihn nie jemand gesehen. Manche mögen nun an die Verse denken, wo Abraham doch mit Gott sprach, der ihm als ein Mann erschienen war, aber wenn wir dieses Konzept verstehen, erkennen wir, daß hier nicht Gott selbst, sondern sein Repräsentant (sein Vermittler) mit Abraham sprach und bei Abraham war. Engel erfüllen manchmal diese Aufgabe, insbesondere "der Engel des HERRN (YHWH)". Für die Juden war es normal, die Person, die von jemandem als Übermittler gesandt war, als die Person selbst anzusprechen. So kommt es, daß der Engel des HERRN in manchen Stellen als ein völlig von Gott getrenntes Wesen gesehen wird (vgl. etwa Sacharja 1,12), wo der Engel des HERRN sich gar mit Gott unterhält; und in anderen Stellen erscheint es, als sei der Engel des HERRN Gott selbst. Solche Verse beginnen mit: "Der Engel des HERRN …", und es ist der Engel des HERRN, der spricht, nicht Gott selbst. Der Engel spricht für Gott, an Gottes Stelle, und in dieser Form ist es Gott, der spricht. Der Vermittler, der Repräsentant spricht oft in der 1. Person, und er wird oft als der angesprochen, der ihn gesandt hat. Ein gutes Beispiel hierfür findet sich in Esdra 5,43-56, wo Esra Gottes Boten, den Engel Uriel, befragt, als wäre dieser selbst sowohl Schöpfer wie Richter. Esra redet Uriel in der gleichen Art an "mein Herr", usw., wie er es auch in seinen Bitten an Gott selbst tut (vgl. The Doctrine of the Trinity von Anthony Buzzard & Charles Hunting).

Auch ist leicht zu erkennen, daß der Engel des HERRN nicht Gott selbst und auch nicht Jesus ist, weil er auch im Neuen Testament erscheint und (vgl. Lukas 2,9-13) etwa den Hirten auf dem Felde verkündet, daß der Heiland geboren wurde in der Stadt Davids. Der Engel des HERRN und Jesus sind dabei nicht am gleichen Ort zur gleichen Zeit! Leute, die behaupten, der Engel des HERRN im Alten Testament sei Gott oder Jesus, haben eigentlich eine weitere Schwierigkeit zu bewältigen, da nun eigentlich die Trinität zu vier Personen angewachsen ist: Vater, Sohn, Heiliger Geist und der Engel des HERRN.

A.R. Johnson erwähnt in seinem Werk The One and the Many in the Israelite Conception of God, folgendes über diese Art der Rede:

"Im hebräischen Denken erstreckte sich die Persönlichkeit eines Patriarchen durch sein gesamtes Haus hin zu seinen Frauen, seinen Söhnen und ihren Frauen, seinen Töchtern, Dienern im Haus und sogar in gewisser Weise auf seinen Besitz. Die "eine" Persönlichkeit war in den "vielen" gegenwärtig, die bei ihm waren. In einer besonderen Art und Weise wurde, wenn der Patriarch als Herr seines Hauses den Diener seines Vertrauens als seinen malak (seinen Botschafter oder "Engel") losschickte, dieser Diener mit der Autorität und den Mitteln seines Herrn ausgestattet, so daß er diesen voll repräsentieren und Geschäfte in dessen Namen tätigen konnte. In semitischem Denken war dieser Botschafter oder Repräsentant persönlich und mittels seiner Worte in der Gegenwart dessen, der ihn gesandt hatte." (Christology and The Angel of the LORD by John Cunningham). [eigene Übersetzung]

 

Hier nun einige Beispiele für diese Form des Redens:

2. Mose 3,2.4.11
Und der Engel des HERRN erschien ihm in einer feurigen Flamme aus dem Dornbusch. …
Als aber der HERR sah, daß er hinging, um zu sehen, rief Gott ihn aus dem Busch und sprach: Mose, Mose! Er antwortete: Hier bin ich.
Mose sprach zu Gott: Wer bin ich, daß ich zum Pharao gehe und führe die Israeliten aus Ägypten?

Der Engel des HERRN erschien in einer feurigen Flamme in dem Dornbusch und fuhr dann fort, für Gott zu reden. Moses antwortet dann dem Engel als würde er direkt zu Gott sprechen. Man beachte, daß der Engel des HERRN erschien und daher auch der Engel des HERRN sprach. Dies wird uns auch in Apostelgeschichte 7,30 in den Worten des Stephanus bestätigt, der uns folgendes über dieses Ereignis berichtet.

Apostelgeschichte 7,30
Und nach vierzig Jahren erschien ihm in der Wüste am Berge Sinai ein Engel in einer Feuerflamme im Dornbusch.

Der Engel sprach aus dem Dornbusch. Gott redete mittels des Engels. In ähnlicher Form gab Gott auch Moses das Gesetz und die Zehn Gebote, wie wir in 2. Mose 20,1-17 lesen können.

2. Mose 20,1-2:
Und Gott redete alle diese Worte:
Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe.

 

Auch hier redete Gott wohl durch einen Engel oder Engel, wie erneut aus den Aussagen des Stephanus ersichtlich ist.

Apostelgeschichte 7,53
Ihr habt das Gesetz empfangen durch Weisung von Engeln und habt's nicht gehalten.

 

Mose erhielt das Gesetz durch Vermittlung von Engeln. Die gesamte Angelegenheit dessen, was sich am Berg Sinai ereignete, hatte damit zu tun, daß Gott durch Engel redete.

Apostelgeschichte 7,38
Dieser ist's, der in der Gemeinde in der Wüste stand zwischen dem Engel, der mit ihm redete auf dem Berge Sinai, und unsern Vätern. Dieser empfing Worte des Lebens, um sie uns weiterzugeben.

 

Ein weiteres sehr deutliches Beispiel lesen wir in 5. Mose 29,1-6. Hier redet Mose zu Israel. Dann aber spricht er in einer plötzlichen Wendung in der 1. Person als Gott. Wir wissen aber, daß Moses natürlich nicht Gott ist, sondern daß hier vielmehr Gott nun durch seinen Propheten Mose zu seinem Volk Israel spricht.

5. Mose 29,1-5:
Und Mose berief ganz Israel und sprach zu ihnen: Ihr habt alles gesehen, was der HERR vor euren Augen in Ägypten dem Pharao und allen seinen Großen und seinem ganzen Lande getan hat,
die gewaltigen Proben seiner Macht, die deine Augen gesehen haben, die großen Zeichen und Wunder.
Und der HERR hat euch bis auf diesen heutigen Tag noch nicht ein Herz gegeben, das verständig wäre, Augen, die da sähen, und Ohren, die da hörten.
Er hat euch vierzig Jahre in der Wüste wandern lassen. Eure Kleider sind euch nicht zerrissen, auch deine Schuhe nicht an deinen Füßen;
ihr habt kein Brot gegessen und keinen Wein getrunken und kein starkes Getränk, auf daß ihr erkennen solltet, daß ich der HERR, euer Gott, bin.

 

Wenn wir diese Redeform nicht kennen und beachten, könnte man meinen, Mose sei plötzlich zu Gott geworden. Zunächst scheint Mose als Mose zu reden und endet damit, daß Mose als Gott in der 1. Person redet. Tatsächlich aber redet Gott mittels Mose zu Israel. ähnliche Beispiele für diese Redeart finden sich an zahlreichen anderen Stellen in der Bibel.

Die dahinter stehende Idee ist, daß Gott seine Vollmacht denen vermittelt, die an seiner Stelle reden, die ihn repräsentieren. Diese Sache ist von größter Bedeutung, wenn wir Jesus verstehen wollen, denn er ist ja Gottes idealer Repräsentant, und er redet an Gottes Statt.

Einige Verse zeigen auf, daß Gott seine Kraft und Autorität denen gibt, die an seiner Statt handeln.

2. Mose 23,20-22
Siehe, ich sende einen Engel vor dir her, der dich behüte auf dem Wege und dich bringe an den Ort, den ich bestimmt habe.
Hüte dich vor ihm und gehorche seiner Stimme und sei nicht widerspenstig gegen ihn; denn er wird euer übertreten nicht vergeben, weil mein Name in ihm ist.
Wirst du aber auf seine Stimme hören und alles tun, was ich dir sage, so will ich deiner Feinde Feind und deiner Widersacher Widersacher sein.

 

Gott sandte den Israeliten einen Engel, der sie führen würde auf ihrem Weg. Gottes Autorität ist verkörpert in dem Engel. Man beachte: Der Gehorsam gegenüber der Stimme des Engels wird gleichgesetzt dem Gehorsam gegenüber Gott selbst – wer der Stimme des Engels gehorcht, der führt aus, was Gott gesagt und geboten hat. Gottes Name ist "in dem Engel", der Engel ist Gottes Repräsentant und die Vollmacht und Autorität Gottes ist in dem Engel, aber – und das darf man nicht verkennen – der Engel ist nicht Gott! Wenn wir dieses Konzept der "Vermittlung" oder eines Mittlers verstehen, können wir auch Jesus Christus wesentlich besser verstehen. Jesus repräsentierte Gott auf Erden, und das in vollkommenster Weise, und er redete für Gott, an Gottes Stelle, und daher lesen wir davon, daß er die Autorität hatte bzw. haben wird, Sünden zu vergeben und auch zu richten.

Johannes 12,49:
Denn ich habe nicht aus mir selbst geredet, sondern der Vater, der mich gesandt hat, der hat mir ein Gebot gegeben, was ich tun und reden soll.

 

Jesus redete, was Gott ihm geboten hatte. Er tat, was Gott ihm aufgetragen hatte. Er handelte an Gottes Statt.

Johannes 5,27:
und er
[Gott] hat ihm [Jesus] Vollmacht gegeben, das Gericht zu halten, weil er der Menschensohn ist.

Offenbarung 12,10:
Und ich hörte eine große Stimme, die sprach im Himmel: Nun ist das Heil und die Kraft und das Reich unseres Gottes geworden und die Macht seines Christus; …

Matthäus 9,6-8:
Damit ihr aber wißt, daß der Menschensohn Vollmacht hat, auf Erden die Sünden zu vergeben - sprach er zu dem Gelähmten: Steh auf, hebe dein Bett auf und geh heim!
Und er stand auf und ging heim.
Als das Volk das sah, fürchtete es sich und pries Gott, der solche Macht den Menschen gegeben hat.

 

Es ist leicht zu erkennen, daß Jesus diese Macht und Vollmacht nicht in und aus sich selbst hatte, sondern hier wird mitgeteilt, daß er diese Vollmacht von Gott erhielt. Gott hat dem Messias, seinem eingeborenen Sohn Jesus, solche Macht und Vollmacht gegeben.

Jesus repräsentierte Gott gegenüber dem Volk. Er redete an Gottes Statt. Ihm war diese Vollmacht gegeben worden. Bzgl. dieser Situation des von Gott verheißenen Messias berichtete bereits das Alte Testament einige bedeutsame Wahrheiten.

5. Mose 18,18-19:
Ich will ihnen einen Propheten, wie du bist, erwecken aus ihren Brüdern und meine Worte in seinen Mund geben; der soll zu ihnen reden alles, was ich ihm gebieten werde.
Doch wer meine Worte nicht hören wird, die er in meinem Namen redet, von dem will ich's fordern.

 

Auch aus diesen Worten Gottes, die er durch seinen Propheten Mose verkündete, wird deutlich, daß der Messias ("einen Propheten, wie du [Mose] bist") nicht Gott, sondern ein Mensch sein würde, da er "aus ihren Brüdern" stammen würde. Auch bestätigte Gott, daß er "Worte in seinen Mund geben" würde, so daß er reden würde, "was ich [Gott] ihm [diesem Propheten] gebieten werde. Weiterhin wird noch betont, daß er "in meinem [Gottes] Namen" reden wird! Alle diese Worte Gottes machen deutlich, daß der kommende Messias, der hier erwähnte Prophet wie Mose, nicht selbst Gott sein würde, sondern ein Mensch, der in Gottes Auftrag als Gottes Repräsentant handelt.

Eine interessante Anmerkung bzgl. der metaphorischen Bedeutung von "Salbung" findet sich in The Zondervan Pictorial Encyclopedia of the Bible Vol 1, S. 171, wobei wir berücksichtigen müssen, daß "Messias" bzw. "Christus" ja "der Gesalbte" bedeutet.

"Von Personen, die in einem Ritual gesalbt worden waren, wurde geglaubt, daß sie die Heiligkeit und Tugend der Gottheit empfangen hätten, in deren Namen sie gesalbt worden waren, und daß sie in besonderer Weise den Geist Jahwes empfangen hätten (vgl. 1. Samuel 10,10; 16,13). Es gab dabei einen Transfer göttlicher Kraft und Vollmacht. In Erweiterung dieser Bedeutung wurde "salben" zu einer Metapher für die Ausstattung mit Gottes Gnade und Wohlwollen (Psalm 23,5; 92,10 - wie die Parallelen aufzeigen) für die Auswahl eines Menschen zu einem besonderen Ort oder einer Aufgabe in Gottes Plan (Psalm 105,15; Jesaja 45,1). Die Salbung wies auf Vorbereitung für einen Dienst und auf die Gabe von Gottes Geist hin. Im Falle eines Königs, wurde der König zum Repräsentanten Jahwes. Die Salbung vermittelte göttliche Autorität" [eigene Übersetzung]

Wir sollten sorgfältig darauf achten, daß der, der von Gott gesalbt wird (wie etwa Jesus), göttliche Kraft und göttliche Autorität empfängt. Dies kam in Apostelgeschichte 10 zum Ausdruck, wo von der Salbung Jesu berichtet wird.

Apostelgeschichte 10,38:
wie Gott Jesus von Nazareth gesalbt hat mit heiligem Geist und Kraft; der ist umhergezogen und hat Gutes getan und alle gesund gemacht, die in der Gewalt des Teufels waren, denn Gott war mit ihm.

 

Gott hat Jesus von Nazareth gesalbt! Durch diese Salbung erhielt Jesus heiligen Geist und Kraft, mittels derer er dann umherziehend Gutes tun und alle gesund machen konnte, denn "Gott war mit ihm". Jesus wurde nicht zu Gott, er machte nicht gesund, weil er Gott war, nein! Er tat Gutes und heilte, denn Gott war mit ihm.

Jesu Ort und Amt in Gottes Plan ist der des Messias, des Christus. Gott gab Jesus Vollmacht und Gewalt auf Erden, so daß er tun konnte, was dem Willen Gottes entsprach. Daher konnte Jesus als der Menschensohn Sünden vergeben. ihm war diese Autorität vom Vater gegeben worden. Eigentlich war es weiterhin Gott, der die Sünden vergab, und zwar "durch Jesus". Jesus ist Gottes vollkommener Repräsentant. Alles, was uns von Gott zukommt, geschieht gemäß der Schrift "durch Christus", "in Christus", "im Namen Jesu Christi". So erhalten wir Tilgung und Vergebung der Sünden, so wird uns Gnade zuteil. Jesus Christus ist der Mittler zwischen Gott und den Menschen!

Wenn wir uns mit diesem Verständnis der Schrift zuwenden, beginnen wir zu verstehen, wer Jesus wirklich ist und was er für uns erreicht und vollbracht hat. Viele Abschnitte in der Bibel werden uns dann erst wirklich verständlich, und zwar ohne daß sie Widersprüche verursachen würden. Wir erkennen dann die eigentliche Bedeutung dessen, das uns in der Schrift vermittelt wird.

Viele dieser Punkte bzgl. des Messias sind im Laufe der Jahrhunderte unberücksichtigt geblieben bei vielen Christen, da vom 3. und 4. Jahrhundert an Lehren propagiert und in der Christenheit als maßgebend etabliert wurden, die auf den Auslegungen von Gelehrten beruhten, die nicht aus jüdischer Sicht an die Schrift herantraten, sondern sie im Lichte griechischer Philosophie auslegten. Viele Verse wurden nicht mehr so verstanden, wie sie eigentlich aufgrund ihrer Abhängigkeit von den jüdischen Schriften des Alten Testaments verstanden werden müßten, sondern ihnen wurden neue Bedeutungen gegeben, die durch Konzepte aus dem Bereich der griechischen Philosophie beeinflußt sind. Einige dieser Konzepte seien hier kurz erwähnt.

 

Dualismus - die Ansicht, daß die Realität in zwei essentielle Mächte oder Bereiche aufgeteilt werden kann. Es gibt zwei Formen dieses Verständnisses. Von einer kosmischen Perspektive her gesehen, windet sich die Welt zwischen zwei gegensätzlichen Mächten -- typischerweise, einer guten und einer bösen Macht. Von einer philosophischen Warte aus wird das Wesen einer Person in zwei inkompatible Naturen unterteilt -- den Bereich des Leibes und den der Seele. Die Christenheit übernahm nach und nach beide Konzepte aus dieser Philosophie, und diese wurden bestimmend für das Verständnis und die dann folgende Auslegung der Schrift, wie Hinweise aus den Schriften der frühen Kirchenväter erkennen lassen.

Genau diese Ideen werden von den Trinitariern für Jesus Christus angenommen: Es wird behauptet, er habe zwei Naturen. Er ist -- laut trinitarischer Lehre -- sowohl Gott wie auch Mensch. Wie das Glaubensbekenntnis von Chalcedon von 451 n.Chr. festlegt, ist Jesus " wahrhaft Gott und wahrhaft Mensch, in zwei Naturen unvermischt erkennbar ".

 

Neo-Platonismus - diese Philosophie bezieht eigentlich all das platonische Gedankengut ein und fügt einige weitere Ideen hinzu. Es geht von einem etwas anderen Gottesbild aus, was womöglich der wichtigste Unterschied zur anderen Philosophie ist und der Christenheit den größten Schaden zugefügt hat.

Im Neo-Platonismus geht man von folgendem Gottesbild aus: es gibt ein höchstes Prinzip, das als "das (der) Eine" bezeichnet wird. Dies Eine bringt die Intelligenz hervor, und daraus geht dann die Seele hervor (dieser Vorgang wird auch als Emanation bezeichnet). Eine visuelle Darstellung dieses Gedankens wäre dann:

Eine / Intelligenz / Seele
Gott / Wort / Heiliger Geist

Diese Vorstellung von Gott, daß Realitäten sich von höheren Essenzen ableiten, war äußerst schädlich für das Christentum und förderte entscheidend die Entwicklung der Trinität.

Außerdem glaubten sie, das Ziel der menschlichen Seele sei es, dem Körper zu entfliehen und wieder mit dem Einen vereint zu werden. (Man vgl. Schriften der Kirchenväter und andere Informationen aus verschiedenen Lexika).

 

Stoizismus - eine der einflußreichsten Traditionen in der Philosophie der hellenistischen Welt, die für sich einen großen Teil der gebildeten Menschen in der Graeco-Romanischen Welt als Nachfolger gewann. Der Stoizismus hatte ebenfalls beachtlichen Einfluß auf die Entwicklung des frühen Christentums.

Die stoische Philosophie bestand darauf, daß das göttliche Lebensprinzip "logos" der Welt seine Ordnung gab und in allen Geschöpfen und Substanzen zu finden sei (vgl. Schriften der Kirchenväter). Man kann sich leicht vorstellen, was geschieht, wenn jemand, von dieser philosophischen Ausgangsbasis kommend, etwa den Abschnitt in Johannes 1,1-3 liest, wo der Begriff "logos" verwendet wird. "Logos" wird sofort zum "göttlichen Lebensprinzip" als einer Art Definition für Gott, und das "logos" würde zu Jesus als einem präexistenten Gotteswesen. Klar, für einen im Stoizismus verankerten Christen würde solches für sich betrachtet sogar Sinn ergeben, allerdings ergeben sich jede Menge Widersprüche, wenn man nicht Stoiker ist und diesen Abschnitt im größeren Gesamtzusammenhang der Schrift des Alten und Neuen Testaments liest.

Stoisches Gedankengut war unter den christlichen Theologen in Alexandrien in Ägypten weit verbreitet und sehr populär. Aus dieser theologischen Schule stammt vor allem die sogenannte "logos" Christologie. Auch läßt sich sehr leicht nachweisen, daß die meisten der einflußreichen Theologen aus dieser theologischen Richtung und Lehre ("logos" gleich Jesus gleich Gott) alle aus ägypten kamen, was also durchaus kein Zufall war!

Die The Encyclopedia Americana schreibt:

"Die Trinitätslehre des 4. Jahrhunderts gab nicht genau die Lehren der frühen Christenheit wieder bezüglich der Natur und des Wesens Gottes; sie war im Gegenteil eigentlich eine Abweichung von diesen Lehren. [eigene Übersetzung]

Aus dem Dictionary of Religious Knowledge:

"Viele sagen, die Trinitätslehre ist eine Verfälschung, die aus der heidnischen Religion übernommen, und dann in die christliche Lehre eingepflanzt wurde [eigene Übersetzung]

In The Paganism in Our Christianity ist zu lesen:

"Der Ursprung der Trinitätslehre ist völlig heidnisch." [eigene Übersetzung]

In The New Chaff-Herzog Encyclopedia of Religious Knowledge steht:

"Die Lehren über den Logos und die Trinität empfingen ihre Prägung von den griechischen Kirchenvätern, die wesentlich mehr, sei es direkt oder indirekt, beeinflußt waren von der Philosophie Platons. Es kann nicht geleugnet werden, daß Fehler und Verfälschungen aus dieser Quelle in die Gemeinde eindrangen." [eigene Übersetzung]

The Church of the First Few Centuries berichtet:

"Die Trinitätslehre wurde formuliert und entwickelte sich erst nach und nach und relativ spät. Sie hatte ihren Ursprung in einer Quelle, die den jüdischen und christlichen Schriften völlig fremd war. Sie wuchs getrennt und wurde dann dem Christentum durch das Wirken der platonisch beeinflußten Kirchenväter eingepflanzt." [eigene Übersetzung]

Outlines of the History of Dogma:

"Kirchliche Lehre wurde im Boden des Hellenismus (heidnischem griechischem Gedankengut) verwurzelt. Dadurch wurde sie zu einem großen Geheimnis für die Mehrheit der Christen." [eigene Übersetzung]

 

Wie die Aussagen von Schriftversen mißverstanden und aufgrund solch griechischen Gedankenguts dann falsch ausgelegt werden, läßt sich an einer Reihe von Versen aufzeigen. Hier sei ein Beispiel kurz erwähnt: Johannes 10,30, ein von Trinitariern oft als "Beweistext" benutzter Vers.

Johannes 10,30
Ich und der Vater sind eins.

Jesus und der Vater sind "eins", allerdings nicht "eines Wesens", wie die Trinitarier lehren und uns glauben machen wollen. Sie sind sich eins in Absicht und Vorhaben und Zweck.

 

Diese gleiche Sache des "eins" Seins wird auch von Jesus in seinem Gebet in Gethsemane erwähnt.

Johannes 17,11
Ich bin nicht mehr in der Welt; sie aber sind in der Welt, und ich komme zu dir. Heiliger Vater, erhalte sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, daß sie eins seien wie wir.

 

Hier betet Jesus, daß die, die Gott ihm gegeben hatte, ebenfalls "eins" sein sollten, "wie wir [Gott und Jesus]" eins sind. Nun, alle Apostel waren nicht eines Wesens, einer Natur. Das wäre unmöglich und fast lächerlich; vielmehr sollten sie so mit Gott eins sein, wie Jesus auch mit Gott eins war, im Hinblick auf Absicht, Ziel und Zweck ihres Wandels. So wie Jesus sich dem Willen Gottes unterordnete und so mit Gott eins war, sollten es auch die anderen tun und mit ihm eins sein.

Die Schrift berichtet uns verschiedentlich und wiederholt, daß Jesus der verheißene Messias, der Gesalbte, der Christus ist. Sie berichtet uns aber nicht, daß er Gott ist. Der Messias war nicht Gott selbst, sondern war von Gott gesandt und repräsentierte Gott in vollkommener Weise, war aber ein Mensch, der Sohn Abrahams und der Sohn Davids. Menschliche Traditionen in Gestalt der Trinitätslehre verkünden und behaupten eine Sache, die Schrift beharrt auf einer anderen. Wem wollen wir folgen?

Kolosser 2,8
Seht zu, daß euch niemand einfange durch Philosophie und leeren Trug, gegründet auf die Lehre von Menschen und auf die Mächte der Welt und nicht auf Christus.

 

Wir wollen achthaben und wachsam sein, daß uns niemand mit solcher Philosophie und leerem Trug einfange, der auf die Lehre von Menschen gegründet ist, aber dennoch nicht der Wahrheit der Schrift entspricht. Auch wenn viele der Trinitätslehre anhängen und sie propagieren, so ändert dies dennoch nichts an der Wahrheit, daß Jesus der Messias, der Mensch Christus Jesus ist, und nicht mehr! Auch darin sollten wir nicht über das hinausgehen, was geschrieben steht!

Trinitarier behaupten schnell von solchen, die nicht an ihre Lehre glauben, daß diese Jesus seiner Gottheit berauben und ihn so zu weniger machen würden, als er ist. Die Wahrheit aber ist: Trinitarier machen Jesus zu mehr, als er gemäß der Schrift ist, indem sie ihm Gottheit zuordnen, die weder Gott noch er jemals für sich beansprucht haben! Die Trinitätslehre basiert auf einer falschen Annahme, daher sind dann auch alle weiteren, und selbst scheinbar logische, trinitarische Argumente Irrtum und nicht Wahrheit.

Möge Gott uns Einsicht und Erkenntnis schenken und die Augen unseres Herzens auftun, damit wir ihn und seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn und Heiland Jesus Christus, erkennen und gemäß unserer Berufung als Kinder Gottes wandeln mögen.

 

Quelle:

http://www.bibelcenter.de/bibel/trinitaet/jesusmessias.php

 

www.bibel-aktuell.org

 

!!!1.Thessalonicher 5:21 prüfet aber alles. Das Gute behaltet,!!!


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